Ferien im Gutshaus

Jeden Sommer versuchen wir mit drei Familien zusammen zu kommen. Jeden Sommer sind wir reichlich spät dran, um ein schönes, großes Haus zu finden, denn jeder von uns ist etwas urlaubsfindefaul. Mister Rotbart und ich waren noch nie die Typen, die im Januar schon ihren Jahresurlaub stehen hatten: „Oh, es ist Mai, was machen wir denn mal im Sommer?“ Ungefähr im Mai also, es könnte auch schon Juni gewesen sein, saßen wir mit den Freunden zusammen, fest entschlossen, jetzt den gemeinsamen Urlaub klar zu machen. Nach einigem Hin- und Herüberlegen und Suchen, schlug ich – mehr im Scherz – vor: „Komm, wir fahren einfach an die Weser.“ Zur Erklärung: An der Weser, irgendwo in der niedersächsischen Pampa, liegt der Bauernhof von Freunden von uns. Auf diesem Bauernhof gibt es ein sehr großes Wohnhaus, dass die Freunde immer mal wieder an Bekannte vermieten. Mister Rotbart und ich waren schon oft da, aber meistens mit Jugend- oder Freizeitgruppen. Auf die Idee, meinen Sommerurlaub dort zu verbringen, war ich bisher noch nie gekommen, denn bei aller Liebe zum platten Land, in der Gegend steppt nicht grade der Bär.

Doch eigentlich ging es uns ja in erster Linie darum, zusammen Urlaub zu machen und genug Platz zu haben. Also priesen der Mann und ich das schöne, weitläufige Haus, den großen Garten und die Ruhe. Und warnten vor der toten Hose: „Da ist gar nix.“ „Gar nix? … Finde ich super!“ sagte der Freund. Wie sich später herausstellte, hätte es doch eine ganze Menge Freizeitaktivitäten gegeben. Wir hätten uns locker noch eine zweite Woche vertreiben können.

bauernhofferien_byheiterwerdenbauernhofferien_byheiterwerden10bauernhofferien_byheiterwerden5

Wir hatten Glück mit dem Wetter. Die ganze Woche herrlichster Sommer. So konnten wir den nahen Badesee und das Dorf-Freibad nutzen. Das Freibad hat schönsten 70er Jahre-Charme, große Schwimmbecken, Rutsche, mehrere Sprungtürme bis zum 10er und war völlig leer. Etwas später am Nachmittag zogen ein paar Leutchen ihre Bahnen und einer der Dorfjugendlichen bot seine Künste am 10er dar. Nur Pommes gab es keine. „Tut mir leid, dass lohnt sich nicht und ich bin alleine hier“ wurde uns gesagt, als wir mit unserem Grüppchen vorm Kiosk standen. Egal. Wasser! Damit sind meine Kinder für Tage glücklich (wahrscheinlich Wochen – hab ich noch nie ausprobiert). Es gab also doch genug zu tun. Nicht nur Schwimmen. Auch so Sachen wie Entspannen. OMG! Spazieren, Lesen. Irgendein Zeug tun, wann man Lust dazu hat. Wir waren zum Beispiel fast jeden Tag laufen! Die Kinder waren mit sich selbst beschäftigt. Auch wenn das Wetter schlecht gewesen wäre – ich hätte es ohne Probleme eine Woche im Haus ausgehalten. Man sitzt sich einfach von einer gemütlichen Sitzecke in die nächste. Vorm Kamin haben wir schon früher viele kuschelige Wein- und Quatschabende verbracht. Und ich als Großstadtpflanze kann auch einfach mal stumpf zwei Stunden auf der Terrasse sitzen und darüber staunen, dass man GAR NICHTS hört. Nichts! Wie unglaublich entspannend das ist, merkt man erst, wenn es völlig still ist…

bauernhofferien_byheiterwerden6bauernhofferien_byheiterwerden8bauernhofferien_byheiterwerden7

Ich war an mehreren Tagen vor den Kindern wach. Hab die Ruhe genossen, auf der Treppe in der Sonne gesessen, bin durchs feuchte Gras am Feldrand spaziert (Nacktschnecken ausweichen!) und hab dem Morgennebel beim Auflösen zugeguckt. Das mich dieses „Gar nix“ so anfixt, hätte ich nicht gedacht. Sehnsucht…

bauernhofferien_byheiterwerden9 bauernhofferien_byheiterwerden4

Noch ein paar frühe Vögel, die nicht auf das Frühstück warten konnten.

bauernhofferien_byheiterwerden11bauernhofferien_byheiterwerden3 bauernhofferien_byheiterwerden18

Das oben im See, das ist der Spross. Nur um mal anzumerken, dass er auch dabei war :-) Die Kinder sind nicht mehr so leicht zu erwischen heutzutage.

bauernhofferien_byheiterwerden12 bauernhofferien_byheiterwerden17 bauernhofferien_byheiterwerden16bauernhofferien_byheiterwerden15bauernhofferien_byheiterwerden13

Das Sprösschen ist acht geworden in der Woche. Zur Feier des Tages waren wir mit allen im Heidepark. Er war stolz wie Bolle auf seinen Geburtstagskind-Button. Dann darf man nämlich in manchen Fahrgeschäften sitzenbleiben und nochmal fahren. Und die Freunde auch.

bauernhofferien_byheiterwerden19bauernhofferien_byheiterwerden21 bauernhofferien_byheiterwerden20

Diese Kombi hätte ich am liebsten mit nach Hause genommen. Der Schrank, die Wandfarben, der Stuhl, der Teppich, diese Korblampe – aus irgendeinem Grund bin ich sehr verliebt. (Wäre ich professionellere Bloggerin, als die, die ich bin, hätte ich den Stuhl neben den Schrank gerückt und den leeren Kerzenständer aus dem Bild genommen :-)) Hach, schön. Ich könnte gleich wieder hinfahren. Ach, warte mal, mache ich ja. In vier Wochen. Auch mit Freunden. Für diese Gelegenheit bestelle ich bitte hiermit feinstes Herbstwetter! Ich habe da nämlich Visionen von mir im Sessel vor einem kuscheligen Kaminfeuerchen. Jaja, „warum in die Ferne scheifen, wenn das Gute liegt so nah“… Haha! Sorry, den musste ich jetzt einfach noch raushauen :-)

Ich hab‘ ein Kind in Berlin

Willkommen zurück! Die Sommerferien gehen zuende. So langsam kehren wir alle wieder in unseren Alltag zurück. Mister Rotbart arbeitet schon wieder die zweite Woche, am Donnerstag kommt das Sprösschen in die zweite Klasse, nächsten Montag wird der Spross ein Fünftklässler, mein Urlaub ist dann auch zuende. Wir haben einen schönen und entspannten Urlaub mit Freunden hinter uns, von dem ich euch demnächst bestimmt  noch ein paar Bilder zeige. Aber! First things first. Was mich im Moment am meisten beschäftigt, ist der Umzug der Sprosse nach Berlin. Entschuldigt also bitte die wehleidige Jammerei, die ich erst anstimmen muss. Demnächst gibt es wieder Alltagsgeschichtchen.

Unsere Große wohnt jetzt also in Berlin. Für sie fängt ein neues Leben an. Das ist alles furchtbar aufregend und ich freue mich sehr für sie, aber lasst mich eins sagen: Wenn Kinder ausziehen, das ist nicht cool! So! So isses halt. Hat nix mit Helikoptern zu tun. Einer meiner allerliebsten Lieblingsmenschen wohnt nicht mehr bei uns und darüber bin ich grade echt traurig. Und ich fühle mich irgendwie verloren. Und ganz vielleicht könnte es sein, dass ich im Moment sehr nah am Wasser gebaut bin… Sorry, Kind, falls du das hier liest, mach dir keine Gedanken. Deine Mutter kommt schon klar. Denn natürlich tummeln sich in meinem momentanen Gefühlsmix nicht nur Abschiedsschmerz und Wehmut, sondern vor allem Freude und Stolz und Zuversicht. Letzten Samstag sind wir alle fünf nach Berlin aufgebrochen. Drei Tage lang haben wir Sprosses WG-Zimmer eingerichtet und die Stadt ein bisschen erkundet. Vieles habe ich gar nicht fotografiert, weil es zu wuselig war oder schlichtweg zu heiß (soo heiß!). Bei sengender Sonne und 34 Grad im Schatten eine neue Stadt zu erkunden ist nichts für Familie Rothaar. Zuhause würde ich bei so einer Hitze halt zuhause bleiben oder den Tag am Badesee verbringen, aber ein bisschen Sightseeing soll ja sein.

Also haben wir in drei Tagen versucht, Zimmer einrichten, Stadtteil und Einkaufsmöglichkeiten auschecken und Stadt ein bisschen kennenlernen möglichst chillig und hitzevermeidend unter einen Hut zu bringen… hat natürlich nicht geklappt :-)

ankunftinberlin_byheiterwerden20

On the road… Zum Glück gab es in Sprosses neuem Zimmer schon die wichtigsten Möbel. So war der Umzug relativ unkompliziert. Trotzdem gut, dass wir eine Dachbox haben. Klamotten, Bettzeug, Kissen und Dekozeug nehmen ganz schön viel Platz ein. Und das Fahrrad musste auch mit. „So, jetzt kannst du allen erzählen, dass du schon mal 300 Kilometer mit dem Fahhrad gefahren bist“ war Mister Rotbarts Kommentar.

ankunftinberlin_byheiterwerden

Ankunft in der neuen Bleibe. Das Haus liegt in einem sehr gemütlichen Hinterhof, große Kastanie in der Mitte, Blumen, Sandkasten, Bänke vor den Türen, Altbau mit Stuck an der Decke. Hach, ein Traum von erster eigener Wohnung. Da kann man auch großzügig darüber hinwegsehen, dass die Wohnung eine (und das sage ich liebevoll) Bruchbude ist. Schiefe Wände, fehlende Holzdielen unterm Bett, zusammengewürfelte Möbel – aber genauso will man das ja eigentlich, oder? :-) Das WG-Zimmer gehört zur FSJ-Stelle dazu, so musste die Sprosse nicht auf Wohnungssuche gehen.

ankunftinberlin_byheiterwerden2ankunftinberlin_byheiterwerden9ankunftinberlin_byheiterwerden5

Von Sprosses Mitbewohner sind wir nach unserer Ankunft mit Kaffee und Eistee versorgt worden. Guter Junge :-) Schade, dass er im November fertig ist mit seinem Studium und dann auszieht.

ankunftinberlin_byheiterwerden4

Das Sprösschen hat eine Weintraube probiert. Singt Hallelujah! Markiert den Tag im Kalender! Ob sich diese großartige Tat wiederholen wird, wage ich allerdings zu bezweifeln.

ankunftinberlin_byheiterwerden19 ankunftinberlin_byheiterwerden18 ankunftinberlin_byheiterwerden17

Einblicke ins und aus dem Zimmer. Nach dem ersten Auspacken und Einrichten haben wir den restlichen Samstagnachmittag bei Ikea verbracht und noch ein paar Kleinigkeiten besorgt. Danach war das Zimmer schon ein richtiges Zuhause und die Sprosse glücklich. Check! Erster und wichtigster Punkt abgehakt – dachten wir…

ankunftinberlin_byheiterwerden3

Gut, dass die Kinder zwischendurch Hotdog und Zimtschnecken hatten, denn unsere Abendbrotsuche gestaltete sich ziemlich schwierig. Das war der Plan: Ikeaeinkauf in Sprosses Zimmer abladen, mit der Bahn ins nahe Prenzlauer Berg fahren, nettes Restaurant aussuchen, gemütlich essen, fertig. So sah die Realität aus: An der falschen Haltestelle aussteigen, keinen ordentlichen Empfang und damit keine ordentliche Straßenkarte haben, ziellos durch die Gegend latschen, sich gegenseitig anpampen, mit jeder Kneipe, die auf dem Weg liegt unzufrieden sein, weil jeder andere Vorstellungen hat, irgendwann am Alex landen, sich gegenseitig anpampen, Pommes am Pommesstand kaufen wollen, Pommes am Pommesstand alle, na gut, scheiß drauf, dann halt Burger King, hauptsache, die müden, nöligen Kinder haben erstmal was zu essen, bei Burgerking Schlange bis zur Straße vorfinden, völlig entnervt wieder nach Hause fahren. Alle fertig. Auf dem Weg von der Haltstelle bis zu Sprosses Wohnung – inzwischen war es halb zehn – haben wir dann noch einen netten Burgerladen gefunden und in lauer Sommerabendluft superleckere Burger gegessen. Danach war wieder alles gut. Dass mir nach inzwischen achtzehn Jahren Muttersein dieser Kardinalfehler unterlaufen ist, ärgert mich immer noch: Immer und jederzeit für ausreichend Futternachschub sorgen. Nicht erst Essen suchen, wenn die Kinder schon Hunger haben! Wichtigster Tipp überhaupt.

ankunftinberlin_byheiterwerden10 ankunftinberlin_byheiterwerden16

Am nächsten Morgen haben wir uns dann besser informiert, die richtige Haltestelle gefunden und sehr entspannt im Spreegold gefrühstückt. (Sollte jemand unter euch Berliner oder Berlin-erfahren sein, immer her mit den guten Tipps. Wir sind bestimmt noch öfter da.) Sprosses Mitbewohner hatte uns den Mauerpark mit Flohmarkt und Musik sehr ans Herz gelegt und der hat uns – vor allem der Sprosse – auch wirklich gut gefallen. Wir haben es in der Hitze zwar nicht lange ausgehalten, aber genug gesehen, um diesen Teil von Berlin schon mal sehr nett zu finden.

ankunftinberlin_byheiterwerden8 ankunftinberlin_byheiterwerden15

Zwischen Mauerpark und abendlichem Fernsehturm könnt ihr euch jetzt eins dieser alten Schwarzweiß-mit-bunten-Farbstreifen-Fernseh-Testbilder von früher vorstellen :-) Diesen Teil blenden wir mal aus, denn er lief ähnlich ab wie unsere Essenssuche am Abend vorher. Beteiligt waren diesmal ein Wasserspielplatz im Treptower Park (eigentlich alles sehr schön, aber eher für kleinere Kinder), sehr unterschiedliche Meinungen zur Tagesplanung und wieder viel Hunger und mangelnde Futterversorgung. Aber wie das so ist in Familien, kann man sich nachmittags ordentlich in der Wolle haben und abends ein Herz und eine Seele sein. Nachdem zu späterer Stunde die Grundbedürfnisse in Form von Pizza-Pasta-Cola befriedigt waren, sind wir noch durchs schnuckelige Nikolaiviertel, am Rathaus und beleuchtetem Fernsehturm vorbeigeschlendert und hatten dann den Spaß unseres Lebens als der Mann vorschlug, einfach noch mit dem Auto an allen Sehenswürdigkeiten vorbeizufahren. Er hat den Stadtführer gegeben und die Kinder haben im Vorbeifahren tausend verwackelte Fotos gemacht und sich bestens amüsiert. Warum wir nicht schon nachmittags auf diese Idee gekommen sind, ist mir ein Rätsel.

ankunftinberlin_byheiterwerden14ankunftinberlin_byheiterwerden6 ankunftinberlin_byheiterwerden12

Montagmorgen musste Mister Rotbart zur Arbeit. Er ist eh einmal in der Woche in Berlin. Praktisch. Die Jungs und ich haben Brötchen und Frühstück besorgt und dann haben wir bei der Sprosse in Ruhe gefrühstückt. Der Plan für diesen Tag war wirklich entspannt. Echt jetzt! Sprosses Kiez ein bisschen erkunden, nochmal einkaufen gehen, in der Nähe etwas essen. Leider hat sich dann Sprosses (wahrscheinlich seit Generationen weitervererbtes) Bett mit der Aussicht, etwas weiter an die Wand gerückt zu werden, völlig überfordert gefühlt und ist kurzerhand zusammengebrochen. Schade! Aber nett von ihm, seinen Geist so zügig aufzugeben, so hatte die Sprosse noch uns und das Auto zur Verfügung. Also kurzerhand ein drittes Mal zum Möbelschweden und ein neues Bett gekauft.

ankunftinberlin_byheiterwerden11

Die Jungs haben sich verknotet :-) So kann man sich auch die Zeit vertreiben. Zwischen Bettaufbau und Aufräumen habe ich nochmal Mittag gekocht für die frisch gebackene WG-Bewohnerin, ihren Mitbewohner und die beiden Jungs. Spätnachmittags kam der Mann von der Arbeit und wir sind – minus ein Kind, Gottohgottohgott! – wieder nach Hamburg gefahren.

ankunftinberlin_byheiterwerden7

Nun sitze ich hier und hab‘ ein Kind in Berlin. Ich werde mich schon dran gewöhnen. Und vor allem bin ich so froh und über die Maßen dankbar, dass ich Kinder habe, denen ich beim groß werden und losfliegen zuschauen darf… Außerdem freue ich mich ein bisschen darauf, Berlin mehr zu erkunden :-) Habt’s fein, ihr Lieben! Demnächst wieder mehr hier. Wenn ich mich von meinem Herzschmerz erholt habe. Nein, Scherz. Doch nicht. Ein bisschen.

Was hier so passiert…

Es ist Sonntagmorgen – gar nicht mal so früh, aber der Rest der Familie schläft noch. Zeit für Kaffee und ein bisschen Tipperei. Die Jungs sind immer noch mit Oma und Opa im Wohnmobil unterwegs. Gestern abend ganz spät haben wir die Sprosse von der Freizeit abgeholt, auf der sie letzte Woche als Betreuerin mitgearbeitet hat (oder vielmehr vom Treffpunkt an der Autobahn). Um halb zwölf waren wir wieder zuhause und obwohl die Sprosse schon Stunden vorher über Whats App angekündigt hatte, dass sie noch nie in ihrem Leben so müde war, haben wir noch Pizza für sie in den Ofen geschoben, Fotos angeguckt und ihren begeisterten Bericht über die Zeit mit den Kindern und dem Mitarbeiterteam angehört. Mister Rotbart und ich haben früher auf vielen Kinder- und Jugendfreizeiten mitgearbeitet oder selbst welche organisiert. Wir sind jetzt schon einige Jahre im „Ruhestand“, aber als die Sprosse gestern abend von ihren Erlebnissen erzählte, hatte ich glatt sofort Lust, meinen nächsten Sommerurlaub für so eine Freizeit einzusetzen.

Das Tochterkind hat also viel erlebt in den vergangenen Tagen und wie so oft in letzter Zeit, habe ich das Gefühl, dass sie wieder ein Stückchen erwachsener und großartiger geworden ist… und ich bin völlig fasziniert. Sie hat Abi (Entschuldigung, ich muss das noch ein paar Mal sagen und schreiben, weil es einfach so surreal ist) und sie hat ab September eine FSJ-Stelle in Berlin. Es ist so unglaublich spannend und ein großes Privileg, bei ihrem Erwachsen-werden dabei zu sein. Jede Zeit und jedes Alter ist spannend, aber im Moment bin ich einfach besonders sensibel. In vier Wochen (!) zieht mein Kind aus und ich stehe etwas neben mir. Ich schaue meine Tochter an und sehe einen tollen, wunderschönen Menschen, mit so vielen Möglichkeiten und Begabungen. Und ich bin noch nicht bereit. Gott, ich bin noch nicht bereit für das Zeitalter der erwachsenen, ausziehenden Kinder. Hinterrücks hat es sich angeschlichen und BUH! und HAB-ICH-DICH! geschrien… und dass ich in meinen  kinderfreien Tagen die letzte Staffel Gilmore Girls durchgezogen habe, hat auch nicht besonders geholfen… (speaking of Gilmore Girls hier – wie komme ich bloß an die neue Staffel?!)

Hm, was gibt es sonst noch Neues? Ich habe ja schon lange nichts mehr erzählt… Oh! Ich weiß, was ich euch noch erzählen könnte: Neulich hat das Sprösschen uns in anschaulichen Bildern die Bedeutung des Spruches „im Strahl kotzen“ demonstriert (Hah! Krasser Übergang! Da guckt ihr, was? :-) Muss ja spannend bleiben hier. Die Leser nicht zu sehr in sentimentale Erzählungen einlullen. Kleine Geschichte zur Auflockerung). Er hatte schon den ganzen Abend über starke Kopf- und Bauchschmerzen geklagt. Abends um zehn hörten wir ihn von oben rufen „Hilfe! Ich muss kotzen…“ Sprachs und gab auf halbem Weg nach unten auf der Treppe seinen gesamten Mageninhalt von sich – im Strahl. Erklärend sollte ich hinzufügen, dass wir eine Holztreppe mit offenen Stufen haben. Unter der Treppe befindet sich die Garderobe, alle Schuhe, die tagsüber so abgestellt werden und die Kiste mit Handschuhen, Luftpumpen, Fahrradhelmen und so weiter. Wenn also jemand auf der Treppe steht und sich übergeben muss… ihr könnt euch den Rest denken. Nachdem das Sprösschen später erschöpft und kreidebleich eingeschlafen war, haben Mister Rotbart und ich also quasi noch den Flur grundsaniert. Hach, the joys of motherhood :-) Auch das gehört dazu.

So, zu diesen zwei völlig willkürlich ausgesuchten Geschichtchen aus meinem Alltag zeige ich euch jetzt noch eine Menge völlig willkürlich ausgesuchter Fotos, die sich hier so in letzter Zeit angesammelt haben.

ferienschnipsel_byheiterwerden11 ferienschnipsel_byheiterwerden10

Wir werden sie alle sehr vermissen hier. Und ja, ich weiß, Berlin ist nicht so weit weg. Wir werden sie besuchen, sie wird am Wochenende auch mal nach Hause kommen. Aber trotzdem…

undsonstso_byheiterwerden

Auch wir spielen Pokemon Go. Wenn auch nicht sehr exzessiv. Zwei- oder dreimal bisher. Hier waren wir in Ottensen auf der Altonale unterwegs. Die Jungs durften zwischendurch spielen und wir konnten die schönen Stände auf der Kunstmeile anschauen und uns durch die stylischen Foodtrucks futtern und trinken.

ferienschnipsel_byheiterwerden8 undsonstso_byheiterwerden6

Das Kind hat Hunger. Das Kind macht es sich beim Essen machen bequem. Hocker sind eindeutig überbewertet. Immerhin hat er sich die Hände gewaschen. Denke ich…

ferienschnipsel_byheiterwerden13 ferienschnipsel_byheiterwerden14ferienschnipsel_byheiterwerden15

Was man so tut, wenn einem langweilig ist.

ferienschnipsel_byheiterwerden7

Die vielen Entspannungtechniken des Spross. Erstaunen mich immer wieder.

ferienschnipsel_byheiterwerden12

Wieder der lustige Fuchs-Cider. Die rote Variante war keine geschmackliche Offenbarung. Das hindert mich nicht, die grüne auch nochmal zu kaufen. Denn sie ist grün!

ferienschnipsel_byheiterwerden9

Kennt jemand diese Pflanze? Sie wächst in meinem Hochbeet. Ich hatte gehofft, dass das irgendetwas gemüsiges ist. Ich war mir nicht sicher, was ich alles eingepflanzt hatte. Aber ich fürchte, es handelt sich doch um ein schnödes Unkraut…

ferienschnipsel_byheiterwerden5 ferienschnipsel_byheiterwerden4 ferienschnipsel_byheiterwerden3

Wir waren auf der Viertelmeile – ein neuer Designmarkt auf der Reeperbahn. Noch mehr Foodtrucks. Der Burger war lecker, aber mehr kann ich fast schon nicht sagen, denn es war so heiß an diesem Tag, dass wir nur einmal kurz an den Ständen vorbeigeschlendert sind und uns dann wieder in unseren schattigen Vorstadtgarten geflüchtet haben.

ferienschnipsel_byheiterwerden2

Wochenendfrühstück auf der Terrasse. Diesen Aufstrich „suchte“ ich grade – wie es auf teenie-isch heißen würde :-)

ferienschnipsel_byheiterwerden

Planschbecken und ein Eimer Wasser für heiße Tage.

ferienschnipsel_byheiterwerden6

Und meine aktuelle Lektüre an Eiskaffee.

So, jetzt seid ihr erstmal wieder ge-updated :-) Schöne Sommerferientage für euch – wo auch immer ihr grade seid!

12 von 12 im Juli

Heute wieder 12 von 12. Leider erst ab der zweiten Hälfte des Tages. Morgens vor Schule und Arbeit bin ich noch nicht in der Lage, Bilder zu knipsen. Da läuft mein Hirn noch auf Sparleistung. Da sind Extratätigkeiten wie Fotografieren – und wenn es nur ein Handyschnappschuss ist – nicht möglich. Also ab mittags.

1. Das erste Bild habe ich zwar mittags fotografiert, steht aber für morgens – ist nur ein bisschen geschummelt. Kinder und Mann fahren morgens mit dem Fahrrad zur Schule/Arbeit. Zwischen Familienexodus und meinem Arbeitsstart habe ich ein Zeitfenster, dass ich bis vor kurzem mit Kaffee trinken und Handy daddeln gefüllt habe. Seit ein paar Wochen „hüpfe“ ich – wie es Mister Rotbart liebevoll spöttisch nennt. Ich bevorzuge „Workout“! Ich denke zwar jeden Morgen, dass Sport zu diesem frühen Zeitpunkt völlig absurd ist und meine Knochen quasi am Boden festkleben, aber man gewöhnt sich daran. Ich hab grade ’ne motivierte Phase. 2. Zurück von Schule und Arbeit verzieht sich jeder in seine Chill-Ecke. Der Spross in seinen Sessel zum Comic lesen…

12von12juli_byheiterwerden1

3. …das Sprösschen telefoniert kurz mit der Oma, um die Nummern der restlichen benötigten Panini-Karten durchzugeben (falls jemand tauschen möchte, schreibt mir! :-). Und die Mutter an den Herd… Ironie! Der Herd ist nicht meine Chill-Ecke! Ich finde Kochen doof. Aber essen müssen sie. 4. Im Vorbeigehen nochmal kurz die schöne Rose dokumentieren, die die Sprosse zu ihrer Zeugnisübergabe bekommen hat. Jaja, das Kind hat jetzt offiziell ihr Abi in der Tasche. Am Wochenende fand auch schon der Abiball statt. Ein sehr netter Abend war das! Und waren die Kinder alle hübsch! (Und meins das hübscheste :-))

5. So sieht bei uns der gedeckte Tisch aus. Das ist Job der Jungs. Einer deckt den Tisch, der andere räumt ab. Immer abwechselnd. Das sieht dann zwar nicht besonders liebevoll aus, aber immerhin erledigen sie den Job inzwischen ohne Meckern. Damit bin ich zufrieden. Erstmal :-) An den Feinheiten drehe ich bei Gelegenheit nochmal. 6. Postkarte von meiner Mama. Hach, Mamas!

12von12juli_byheiterwerden2

7. Küche aufräumen und 8. Hausaufgaben.

9. Das Sprösschen verabredet sich spontan und das Nachbarsmädel kommt vorbei. Die Kinder wollen auf den Abenteuerspielplatz zum Fußball spielen. Da kleiner Besuch dabei ist, fahre ich mit und setze mich mit meinem Buch auf die Bank. Das Cover sieht aus, als hätte es sich ein sensationsgeiler Bildzeitungsredakteur ausgedacht, aber die Geschichte ist gut und hat sehr viel Lob für ihre realistische und glaubwürdige Recherche bekommen. Das Buch spinnt ein Szenario nach einem Hackerangriff auf die europäischen Stromnetze. Ich bin erst auf Seite 87, aber finde es jetzt schon gruselig, wie schnell und umfassend das normale Leben zusammenbrechen würde, wenn wir hier mehrere Tage oder Wochen keine Stromversorgung hätten. Dinge, an die man vorher nie gedacht hätte. Puuh… 10. Wieder zuhause. Der Besuch wird abgeholt, die übriggebliebenen Kinder kicken noch ein bisschen im Garten. Tee gemacht. Schmeckte nicht.

12von12juli_byheiterwerden3

11. In einem Anfall von Aktivismus noch das Gemüsebeet aufgeräumt und Unkraut gejätet. Das ist unsere diesjährige Möhrenausbeute. Süß, oder? :-) 12. Schnittchen und Gesundes für die Jungs geschnippelt und das Abendprogramm eingeläutet.

Mehr 12er wie immer bei Draußen nur Kännchen. Danke fürs Gucken und muchas Knutschas!