So. Zurück von den Halbtoten. Nachdem a) einfach zu viel los war hier, ich b) sehr blogmüde war und mich c) dann auch noch bei meiner Tochter angesteckt und drei Tage sehr gelitten habe, schaffe ich es heute endlich mal wieder hierher. Juhu. Einen roten Faden wird es hier heute trotzdem nicht geben, sondern einfach ein paar Bilder aus den letzten zwei Wochen. Nur um Hallo zu sagen.

Das Sprösschen kann Fahrrad fahren und ist stolz wie Bolle. In seiner leicht größenwahnsinnigen Art (Wir erinnern uns: “Mama, ab heute möchte ich nur noch Sprösschen Superheld genannt werden!”), hat er gleich nach den ersten wackeligen Metern verkündet: “Ich kann jetzt besser Fahrrad fahren als ihr alle, nä?” Ich weiß gar nicht, wie mir wird, wenn ich ihn jetzt so flitzen sehe. Das Kleinste meiner Kinder kann Fahrrad fahren. Und sieht so groß dabei aus! Naja, auf die sentimentale Schiene wollen wir gar nicht erst geraten. Das führt nur zu langem Geschwafel…
Das Schöne ist, dass ich überhaupt nicht mit ihm üben musste. Gott segne das Laufrad! Als er soweit war (also, das Sprösschen, nicht Gott…), ist er aufgestiegen und losgefahren. Weder mein Rücken, noch meine Kondition geben nämlich kilometerlanges in-gebückter-Haltung-neben-dem-Fahrrad-Joggen her. Bremsen funktioniert allerdings noch nicht so doll, was mir in nächster Zeit wahrscheinlich einige herzinfarktgefährdende Momente bescheren wird.


Der Spross soll jetzt jeden Tag mindestens 15 Minuten Lesen üben und zeigt sich höchst unmotiviert. Mir schwant schlimmes. Sollte auch das zweite Kind nix mit Lesen anfangen können? Und das mir. Samstagsmorgens habe ich Stunden mit meinen Büchern im Bett verfaulenzt. Bin abgetaucht in andere Welten… Schon die Sprosse konnte man nie so wirklich fürs Lesen begeisteren. Und jetzt der Spross… Selbst der Computer motiviert ihn nicht. In der Schule wird ein Leselern-Programm namens Antolin benutzt, das die Kinder angeblich gaaanz toll motivieren soll. Auf der Webseite findet man zu zahlreichen Kinderbüchern (ein paar davon hat man immer im Regal stehen, wie z.B. Pettersson und Findus) Quizfragen, die das Kind beantworten und so Punkte sammeln kann. Was mit den Punkten passiert, weiß ich nicht, denn wir sind nie soweit gekommen :-)
Wir kann ich das Kind also zum Lesen motivieren? – frage ich mich. Noch bin ich bei dieser Frage. Noch bin ich nicht bei “Einfach Zwingen”. Also habe ich mir eine Lesewährung ausgedacht. Für fünf Minuten Lesen bekommt der Spross von mir eine Lesemünze. Eine Lesemünze ist entweder 50 Cent oder 5 Minuten Mama liest Comic vor oder Mit Mama Lego Star Wars spielen wert. Die Münzen kann er entweder gleich einlösen oder für etwas größeres ansammeln. Und wisst ihr was? Das klappt…
überhaupt nicht!
Ich schätze, ich lande doch bei “Einfach zwingen”.
Dabei habe ich so schöne Lesemünzen gebastelt! Ich habe zwar unerklärlicherweise 50 Cent mit 50 Euro verwechselt (Ich bin manchmal außergewöhnlich schwer von Begriff. Die Verwechslung ist einfach nicht bis in die bewusst denkenden Teile meines Hirns durchgedrungen. Auch nicht bei der zehnten Münze… wehe, einer von euch lacht!), aber hübsch sind sie. Doch der Spross hat kein Interesse. Vielleicht male ich mal Totenköpfe oder Klonkrieger drauf. Oder ich gebe ihm wirklich 50 Euro. Hah!


Auch wenn Lesen nicht so hoch im Kurs steht, interessiert sich der Spross für sehr viele andere Dinge, wie z. B. Schach. Durchaus ernsthaft, aber gerne auch nach sehr freien Regeln :-)


Ich liebe seine Zotteln und die sommersprossige Stupsnase. Die Zotteln habe ich ihm fürs Foto zurecht gewurschtelt. Denn eigentlich hat er vorne rechts an der Stirn einen ganz gemeinen Wirbel, der ihm die meiste Zeit einen unfreiwilligen Mittelscheitel beschert. Darüber wird er sich als Teenie bestimmt noch ärgern. Wusstet ihr, dass so ein Wirbel im Englischen Cowlick genannt wird? Wunderbar! Ich stelle mir dann immer eine dicke schwarz-weiß-gefleckte Kuh vor, die mit ihrer großen Zunge einmal quer über seinen Kopf… ne?
Mir hat die Kuh übrigens über den Nacken geleckt :-)


Gebastelt haben wir auch. Das Buch ist ganz okay. Das Krokodil war die beste Ausbeute. Das Sprösschen war sehr begeistert. Lustigerweise habe ich in dem Buch auch eine Anleitung für einen Origamikranich gefunden. Meiner Meinung nach etwas deplaziert, weil zu kompliziert für kleine Kinder, aber da ich diese Kraniche mittlerweile schon so oft gesehen habe und immer ganz hübsch fand, habe ich mir auch einen gefaltet – und für überflüssig befunden.


Meine Schwiegereltern waren zu Besuch. Nebst Schwiegeropa und Schwiegerhund. Schwiegerhund und Sprosse lieben sich heiß und innig. Wenn ich keine Skrupel hätte, würde ich das Vieh für die Tochter klauen. Leider mag ich meine Schwiegereltern sehr und das macht diesen Plan zunichte :-)
Das Hundchen ist aber auch mal süß!

Das ist übrigens die bevorzugte Sitzhaltung der jungen Hundedame. :-) Also! So sitzt doch kein anständiger Hund! Ein bisschen mehr Körperspannung bitte!
Und noch ein kleiner Ausschnitt aus den Vorbereitungen für die Craftnight. Bunte Stoffe sind einfach gut für die Seele. In diesem Stapel dürfen die Damen dann morgen Abend wühlen :-)


Von einem der wichtigsten Ereignisse gibt es dieses Jahr kein einziges Bild: Die Sprosse hat letzte Woche ihren fünfzehnten Geburtstag gefeiert. Mein großes kleines Mädchen… Ich überlege grade, ob ich mich jetzt darüber auslasse, aber das würde mit absoluter Sicherheit auf die sentimentale Schiene führen! Neulich habe ich zum ersten Mal wirklich realisiert, dass das Kind in drei Jahren Abi macht und dann möglicherweise weg ist… Drei Jahre! Theoretisch weiß ich ja, dass die Kinder irgendwann das Haus verlassen, in meinen müdesten Momenten sehne ich mich danach, aber in echt jetzt? Irgendwie denkt man dann doch, die sind für immer da.
Naja, das lassen wir jetzt.
