D.I.Y. Zinkeimer bemalen

Ich habe einen klitzekleinen Faible für alte Zinkeimer und -wannen. Als wir nach Hamburg zogen, hat mir meine Schwiegermutter mehrere solcher Eimer für meinen Balkon vermacht und letztes Jahr habe ich in meiner Eigenschaft als Kellerwühlmaus eine sehr schöne Zinkwanne bei meinen Eltern abgestaubt. Dieses Jahr konnte ich meinen Vater überreden, mir eine weitere Wanne zu überlassen – ein noch größeres Exemplar, das inzwischen mit Blumen befüllt unsere neue Terasse schmückt. Diese Wanne hat nostalgischen Wert, denn in ihr wurde mein Vater schon als Baby gebadet. Ich meine mich zu erinnern, dass es in irgendeinem Familienalbum ein Foto gibt, auf dem die Wanne auf dem Küchentisch steht, daneben meine Oma mit kompetentem Hauswirtschaftskittel und in der Wanne ein properes Baby, dass mit großen “Rettet-mich-ich-werde-gebadet”-Augen in die Kamera schaut. Ich muss das Foto mal suchen. Vielleicht darf ich es ja hier zeigen ;-)

Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich meine Kinder nicht in der Wanne auf dem Küchentisch baden muss. Was das für eine Sauerei wäre! Die setzen immer das halbe Badezimmer unter Wasser. Und dann das Theater beim Haare waschen bzw. ausspülen… Hmm, wenn ich’s recht bedenke, könnte ich mir dafür mal so einen schicken Kittel anschaffen.

Anyway… hier soll es ja nicht um’s Kinder baden gehen, sondern um Zinkeimer.

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Diese Zinkeimer gibt es im Moment in bestempelter, bedruckter oder irgendwie verzierter Form in vielen Blumen- oder Dekoläden zu kaufen. Sehr, sehr hübsch, aber auch ziemlich teuer – und überflüssig für jemanden, der ja schon einige Eimer besitzt… Also sprach die vernünftige Hälfte meines Hirns zur quengeligen Will-ich-aber-so-gerne-haben Hälfte: Das können wir doch selbst machen.

1. Die Zahlen (Buchstaben, Verzierung, etc.) mit dem Computer in der gewünschten Schrift und Größe ausdrucken. Ich stelle die Schriftfarbe immer auf ein sehr blasses Grau, damit nicht soviel Farbe verbraucht wird, denn im Prinzip brauche ich ja nur die Outlines.

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2. Auf die Rückseite großflächig doppelseitiges Klebeband aufkleben (nicht auf dem Bild) und dann mit Cutter und Schere die Zahlen (Buchstaben, Verzierungen…) ausschneiden. Nicht von dem Klebeband auf dem Bild irritieren lassen. Da ist mir die kleine Verbindung in der Acht beim Ausschneiden gerissen.

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3. Den Rand um die Zahlen etwas wegschneiden und die Zahlen eventuell auseinander schneiden. Da der Eimer eine Rundung hat, kann man nicht einfach das Blatt so aufkleben, sondern muss die Zahlen oben etwas auseinander rücken, damit es grade wirkt.

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4. Zwei- bis dreimal mit dem Pinsel Farbe auftupfen/aufmalen – zwischen den Schichten trocknen lassen. Ich hatte noch ganz normalen Acryllack im Schuppen stehen, keine extra Metallfarbe. Das funktioniert genauso gut und wird auch vom Regen nicht abgewaschen.

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Wer jetzt denkt “Warum denn 38? Ist das ihr 38. Eimer?” – Nein, das ist unsere Hausnummer :-)

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Kleines Tutorial im Schildchen malen & schön schreiben

Vor ein paar Wochen hat Kerstin mich gefragt, wie ich diese kleinen Schildchen mache, die ihr hier schon öfter gesehen habt. Welche Materialien oder Programme ich benutze, ob es einen Trick gibt, das alles so symmetrisch hinzubekommen und wo ich meine Schriften her habe. Natürlich habe ich ihr schon per Email geantwortet (keine Sorge, es dauert nicht jedesmal Wochen, bis ich auf Emails antworte…), aber da ich neulich für den Crafternoon ein paar Willkommensschildchen zeichnen wollte, habe ich die Gelegenheit genutzt, um einen Post aus dem Thema zu machen. Ich möchte betonen, dass ich weder in Kalligrafie oder Typografie, noch in den erwähnten Grafikprogrammen ein Experte bin. Ich erzähle euch einfach, wie ich es mache.

Also…

Die meisten Schriften schreibe ich irgendwie freihand. Da habe ich leider auch keinen durchschlagenden Trick, wie ich das gleichmäßig und symmetrisch hinbekomme. Ich habe an der Uni Typografie- und Kalligrafiekurse gehabt und kann nur sagen, dass das meiste Übungssache ist. Wenn man viel schreibt, sich unterschiedliche Schriftbilder anguckt – ganz genau, die kleinen Details der Buchstaben – und verschiedene Schrifttypen und Werkzeuge ausprobiert, bekommt man irgendwann den richtigen Schwung und eine Auge dafür, wie groß die Buchstaben oder Abstände sein müssen oder wieviele Wörter in eine Zeile passen.

Je mehr man sich mit Buchstaben beschäftigt, desto mehr Beispiele und Anregungen findet man im Alltag. Mir geht es oft so, dass ich auf Plakaten, in Zeitschriften, auf vorbeifahrenden LKWs, eigentlich überall, wo Typografie im Alltag ist, interessante Schriften oder Ideen zur Schriftgestaltung registriere. Dasselbe gilt für Muster. Das Auge ist sensibilisiert und nimmt automatisch Muster in Buchcovern, auf Kissenbezügen, in der Natur usw wahr.

Mein “Equipment” ist übersichtlich. Es besteht aus festem Papier, Bleistift, Zirkel, Lineal, Schere und Finelinern. Manchmal zeichne ich auch auf Karteikarten oder Rechenblättern.

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Meine Geheimwaffe ist dieser Zirkel, in den man wahlweise Bleistifte oder auch die Fineliner einsetzen kann. Das ist wahrscheinlich Zweckentfremdung, eigentlich war da so ein Drehdings für Bleistiftminen drin, aber meine Stifte passen auch rein und man kann ordentliche Kreise mit dem Fineliner ziehen.

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Bis auf wenige Ausnahmen zeichne ich alles mit Bleistift vor und dann munter nach dem Trial-and-Error Prinzip. Ich benutze ziemlich weiche Bleistifte (ab HB aufwärts) und drücke nur leicht auf, so kann man rumprobieren und die Bleistiftspuren lassen sich trotzdem leicht entfernen.

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Der einzig wahre Trick, um Schriften oder Muster so gleichmäßig wie möglich zu schreiben oder malen, ist, alle möglichen Linien einzuzeichnen. Für Schrift ziehe ich eine Linie als Basislinie, eine für die Mittellänge, eine für die Oberlängen und eventuell eine für die Unterlängen.

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Für kreisrunde Schilder zeichne ich mehrere Bleistiftkreise als Orientierungshilfe ein, wie hier z.B. für die kleinen Punkte und die oberen und unteren Enden der Bögen. Bei den Bögen fange ich einfach an und hoffe, dass es am Ende passt :-)

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Für manche Schriften nutze ich den Computer als “Vorlage”.

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Manchmal zeichne ich auch nur die Schilder, scanne sie ein und setze nachträglich Schriften ein. Das hat den Vorteil, dass es natürlich schneller geht und man mehr Masse produzieren kann. Neben dem normalen 80 g/m² Druckerpapier, habe ich immer einen Stapel festeres Papier in der Ecke liegen. Mindestens 120 g/m², gerne auch mehr. Um Fotos zu bearbeiten benutze ich Lightroom. Adobe bietet im Moment die Betaversion von Lightroom 5 kostenlos zum Testen an. Den Download findet ihr hier. Wenn man nur Fotos bearbeiten möchte, ist Lightroom the weapon of choice, wie ich finde. Sehr viel günstiger als Photoshop. Für allen anderen grafischen Schnickschnack im Blog (Schriften auf Fotos, Labels, Sprechblasen etc.) – wie z.B. hier

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– benutze ich allerdings Photoshop. Ich suche mir Papier aus, schneide es zurecht, bringe Tacker oder Klebestreifen an und scanne das Ganze ein. Meistens in mehreren Varianten. Dann stelle ich die Sprechblasen, Klebestreifen etc. in Photoshop frei, ziehe sie auf mein Foto, setze Text drauf. Die Schrift oben im Bild ist nicht handgeschrieben sondern ein Font namens Amatic.

Ich habe eine ziemlich alte Version von Photoshop, aber die reicht völlig für das, was ich kann und machen will. Freie oder sehr günstige Alternativen zu Photoshop sind Gimp oder Pixelmator. Mit Gimp kenne ich mich nicht aus, Pixelmator habe ich mal kurz angetestet, mich aber ziemlich schnell wieder davon verabschiedet. Das Programm ist ganz okay und gleicht Photoshop in vielen wichtigen Funktionen, aber ein paar Dinge fehlen mir einfach.

Wenn man nicht die Systemschriften seines Computers verwenden möchte, findet man im Internet viele, schöne Schriften als Free Download. Auf Seiten wie myfont, fontsquirrel oder dafont könnte ich Stunden zubringen :-) Nicht nur die Fotos oder das Design eines Blogs bestimmen das gestalterische Bild, auch Schriften vermitteln eine Atmosphäre oder einen Stil.

Hier sind ein paar meiner aktuellen Lieblingsschriften:

schriftbild deftone stylus

Deftone Stylus

schriftbild skinny latte

KG Skinny Latte

schriftbild eyes wide open

KG Eyes Wide Open

schriftbild impact label

Impact Label

schriftbild dancing script

Dancing Script OT

schriftbild fineliner script

Fineliner Script

Die Schriften sind für den Download komprimiert (z.B. als zip) und müssen nach dem Herunterladen entpackt werden (Doppelklick auf das Icon). Dann erhält man einen Ordner gleichen Namens, in dem Text- und Schriftdateien liegen. Um die Schrift benutzen zu können, öffnet man die Schriftsammlung (in Programme) und zieht die Schriftdateien, also nur die Dateien mit der Endung otf oder ttf, in die allgemeine Schriftsammlung. Dann ist die Schrift in Photoshop verfügbar.

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So funktioniert es am Mac. Ich habe leider keine Ahnung, wie man am PC Schriften startklar macht. Wenn ihr euch auskennt, ergänzt es gerne in den Kommentaren!

Für alle, die jetzt nicht selbst den Stift schwingen wollen, habe ich hier die vier oben gezeigten Willkommensschildchen als Download. Einfach auf das Bild klicken. Viel Spaß damit :-)

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Crafternoon

Am vergangenen Samstag fand unser erster Crafternoon statt und es war ein rundum schöner Tag mit sechs fabelhaften Damen! Ich habe mich so sehr gefreut, “in echt” Menschen zu treffen, die ich bisher nur über das Bloggen kannte (Bis auf Eva, die ich schon vor ein paar Monaten das erste Mal kennengelernt habe) Das ist toll! Dass ich mal so viele Blind Dates in meinem Leben haben würde, hätte ich nicht gedacht :-) Am Ende des Tages waren Anja und ich hundemüde, total glücklich und restlos beeindruckt, dass die meisten der Teilnehmerinnen so weite Anfahrtswege in Kauf genommen hatten. Ihr seid toll, Mädels!

Da ich immer etwas Hemmungen habe, den Leuten mit meiner Kamera zu sehr auf die Pelle zu rücken, sind nur einige der Damen und ihrer wunderschönen Werke auf den Bildern zu sehen. Außerdem war ich selber so beschäftigt, dass ich zwischendurch einfach vergessen habe, Bilder zu machen. Immer dieser Freizeitstress! Drei von den Ladies könnt ihr übrigens besuchen – sehr bequem auf virtuellem Wege :-) – denn das sind Eva von Wir in Sockenbergen, Nele von Bunt, gestreift und hüpfig und Jenny von denke kreativ.

So, here we go:

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Das Aufbauen und Vorbereiten macht mir mindestens so viel Spaß wie die Gemeinschaft mit lauter Bastelwütigen, denn ich liebeliebeliebe dieses ganze bunte Bastelzeugs! Das alles so zusammen auf einem Haufen zu sehen, macht mich irgendwie glücklich. Schräg, oder?

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Chaos! Schön, wenn man sich so ausschweifend ausbreiten kann und hinterher nichts aufräumen muss! Ach, warte mal, ich bin ja die, die hinterher aufräumt :-)

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Das ist übrigens die wundervolle Anja!

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Schön war’s! Wir starten bestimmt eine Fortsetzung :-)

D.I.Y. Stoffutensilo mit Stickrahmen

Neulich war ich mit Anja unterwegs, um Stoffe für die Craftnight zu kaufen und habe bei der Gelegenheit zwei schöne Stöffchen für mich selbst besorgt. Um endlich eine Idee zu verwirklichen, die mir schon sehr lange im Kopf herumlungert und in den Fingern juckt. Ich liebe es, wenn wochenlang mitgeschleppte und geplante Ideen Wirklichkeit werden. Wenn der richtige Zeitpunkt (eine passende Gelegenheit, ein bisschen Freiraum) kommt, sie endlich in die Tat umzusetzen, vom Kopf in die Hand wandern zu lassen und zu sehen, wie sie Form annimmt. Als mein Stoffbeutelchen fertig war, habe ich mich so darüber gefreut, dass ich beschlossen habe, es zu verschenken. Ich finde es so erfüllend, etwas herzustellen und das fertige Werk in den Händen zu halten, dass es mir irgendwie sinnlos erscheint, mich dann ganz alleine daran zu erfreuen :-) Meine Mutter ist jetzt die glückliche Besitzerin…

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Diese Bastelidee habe ich vor längerer Zeit irgendwo auf Pinterest gesehen. Leider war die URL zum Bild entweder fehlerhaft oder nicht mehr existent, sonst hätte ich sie gerne angeben. Hiermit sei also notiert, dass ich keine Erfinderrechte darauf beanspruche :-)

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Ich habe mehrere Arbeitsschritte vergessen zu fotografieren (ich hatte ‘nen Flow :-)), werde mich aber bemühen, die einzelnen Schritte so genau wie möglich zu beschreiben.

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1. Die beiden Stoffstücke zuschneiden. Um die Länge zu ermitteln, das Stoffstück einmal um den inneren Kreis des Stickrahmens legen und ca. 3 cm Nahtzugabe dazurechnen. Für einen Stickrahmen von 13 cm Durchmesser sind das etwa 55 cm. Für die Höhe habe ich 25 cm genommen.

2. Die Stoffbahnen an der kurzen Seite auf links zusammennähen.

3. Für den Boden des Beutels wieder den inneren Kreis auf den Stoff zeichnen und wieder rundherum ca. 1,5 cm Nahtzugabe dazurechnen. Den Stoffkreis wie im Bild oben rechts feststecken (viele Stecknadeln, damit nix verrutschen kann) und festnähen.

4. Auf dem Plastikplatzset den inneren Kreis des Stickrahmens zeichnen und ausschneiden. Der Plastikkreis ist nicht zwingend nötig, gibt dem Ganzen aber einen stabilen Boden.

5. Einen der Stoffbeutel auf rechts ziehen, den Plastikkreis unten in den Beutel legen und den zweiten, auf links gezogenen Stoffbeutel hineinschieben. Wenn man den Stoffbeutel jetzt hin- und herwendet, müsste jeweils die rechte Seite außen sein.

6. Die Kanten einschlagen, mit Stecknadeln feststecken und einmal um den Beutel nähen.

7. Bommelband wie im Bild unten links festnähen. Wenn die Kante umgeschlagen ist, sieht man von der einen Seite nur die Bommel und von der anderen das gesamte Band.

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8. Den inneren Kreis des Stickrahmens über den Beutel ziehen und die Kante darüber schlagen. Den äußeren Ring aufsetzen und festdrehen. Fertig!

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And to keep it real nach all den bunten Bildchen, zeige ich euch mal meine Fotoecke. Wenn ich Dinge vor weißem Hintergrund fotografieren will, räume ich den kleinen Tisch neben dem Sofa frei, lege eine weiß gestrichene Holzplatte drauf (der alte Deckel einer Spielzeugkiste) und versuche, mir nicht selbst im Licht zu stehen (Fenster hinter mir). Gewusst wie :-)

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