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Super Titel, oder? Was besseres ist mir nicht eingefallen…

Ich verschenke gerne selbstgemachtes Essen. Erstens, weil es selbstgemacht ist, zweitens, weil es meistens viel leckerer ist und drittens, weil man es so hübsch verpacken kann. Ich weiß! In einschlägigen Kreisen ist das ein alter Hut, aber glücklicherweise gehören (fast) alle meine Freunde und Bekannten nicht zu den einschlägigen Kreisen :-) Und so kann ich sie alle mit Cookies im Glas, selbstgemachtem Müsli und Pesto beschenken.

Für das Pesto habe ich kein Rezept. Das macht mein Mann nach Gefühl und Wellenschlag. Auf jeden Fall sind Pinienkerne, Basilikum, Parmesan, Knoblauch und Olivenöl drin. Ich bin sicher, dass das Internet genug Rezepte mit passenden Zutaten und Mengenangaben liefern kann :-)

Dieses Müsli habe ich die letzten Wochen im Akkord produziert. Ich finde es so unglaublich lecker! Schlimme Sucht! Und es ist nicht kompliziert zu machen. Ich habe das Rezept für mich leicht abgewandelt – kein Sesam, please! Mit Einmachglas, Etikett und buntem Tape macht es sich sehr schick, oder?

Das Rezept für die Cookies habe ich hier gefunden. Das Prinzip ist simpel. Man schichtet alle trockenen Zutaten in das Glas und muss später nur noch Butter und ein Ei hinzufügen.

Ich musste etwas experimentieren, um herauszufinden, in welches Glas die Menge passt. Apfelmus (750g) ist ganz okay, ein paar Haferflocken weglassen, dann geht’s. Das 1-Liter-Einmachglas von Ikea passt seltsamerweise nicht. Es ist zu groß und die Zutaten müssen ja schön eng sitzen, damit nix verrutscht (hört sich nach Unterwäsche an :-)). Perfekt ist Brottrunk! Falls ihr den nicht kennt: Brottrunk ist irgendeine Flüssigkeit aus Brot und soll furchtbar gesund sein. Gut für Blase, Darm, Haut und allen anderen bekannten und unbekannten Zipperlein und ich kann euch nur dringend davon abraten, das Zeug zu trinken. Unerträglich! Nicht machbar! Ich habe mich einmal durch eine Flasche hindurchgequält, dann festgestellt, dass wenigstens die Flasche ganz hübsch ist und die Rezeptmenge für Chocolate-Chip-Cookies reinpasst und seitdem kaufe ich das Zeug nur wegen der Flaschen.

Diese Flaschen gibt es bestimmt – ohne Inhalt – irgendwo zu kaufen, aber da ich Geschenke meist auf den letzten Drücker fabriziere, bediene ich mich immer im Supermarktregal und führe die Flüssigkeit in der Flasche seiner sinnigsten Bestimmung zu – dem Ausguss. (Ich hoffe, ich werde jetzt von der Firma nicht wegen übler Nachrede verklagt. Um das Ganze zu relativieren: Ich mag auch keinen Tomaten- oder Möhrensaft)

Diese Flasche ist jedenfalls perfekt für oben verlinktes Rezept :-)

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Wenn ihr auch Lust habt, Leckeres im Glas zu verschenken, dann findet ihr hier die Etiketten für Cookies, Pesto und Müsli zum Herunterladen. Die Backanleitung für die Cookies ist auch dabei. Die muss natürlich mit auf die Flasche, damit man weiß, wie die Cookies zubereitet werden. Viel Spaß!

Die Mini-Pinboards, die es gestern schon in klein auf den Fotos zur Craftnight zu sehen gab, muss ich euch heute nochmal in groß und ausführlicher zeigen. Nicht, dass ich hier das Rad neu erfunden hätte :-) aber ich finde sie einfach so süß…

Postkarte von hier

So einfach ist das. Aber natürlich macht das Nachbasteln in Gemeinschaft viel mehr Spaß :-)

Nein, wir basteln uns kein Mittagsschläfchen. Hätte ich dafür ein Patentrezept, wäre ich vermutlich reicher als Bill Gates. Eltern aller Länder würden mir die Bude einrennen. “Nickerchen leicht gemacht! Befolgen sie Schritt 1-5 der Anleitung und schon ist der Mittagsschlaf ihres Kindes fertig. Mit Schritt 6 können sie die Schlafenszeit um eine halbe Stunde verlängern” … Großartiger Tagtraum! Also, hier handelt es sich um ein Mini-DIY, das so simpel ist, dass man es während eines Mittagsschläfchens bequem fertig kriegt. Daher der Name :-) Ich mag solche kleinen Werkeleien, denn fünf Minuten kreative Muße reichen manchmal schon. Schnell irgendetwas bunt gemacht und es kann weitergehen.

Meine Kinder machen schon lange kein Mittagsschläfchen mehr, aber für fünf effektive kreative Minuten, die sich in den Alltagstrubel reinquetschen lassen, bin ich immer noch dankbar…

Man nehme Masking Tape und einen Holzklemmbügel (den gibt es z.B. sehr billig bei Ikea), klebe den Holzbügel nach Belieben voll, schneide überstehende Kanten ab und – voilá – ein bunter Kleiderbügel. Ich habe nach einigen Tage festgestellt, dass das Tape nicht gut auf dem Holz hält. Ein bisschen normaler Klebestift hilft. Einfach auftragen und das Tape nochmal festdrücken. Dann hält’s. Diese Bügel eignen sich bestens, um Bilder hübsch an die Wand zu hängen.

So, das war’s schon. Ich wünsche fröhliches Buntmachen!

Stellt euch vor, ihr seid zu Besuch bei mir. Ich mache euch einen Kaffee oder Tee, wir setzen uns gemütlich auf’s Sofa und quatschen (Kuchen bringt ihr mit :-)). Oder wir verabreden uns zu einem Nähnachmittag. Und während jeder mit seinem Projekt beschäftigt ist und die Hände vor sich hin werkeln, erzählen wir uns was. Wir plaudern. Das kann man nämlich gut beim Vor-sich-hin-werkeln.

Wir tun jetzt mal so als ob…

Wisst ihr, ich habe neue Sofakissen genäht und da ich so in Fahrt war und die Nähmaschine nun schon aufgebaut war, habe ich beschlossen, eine Patchworkdecke zu nähen. Als ich meinem Mann eröffnete, dass ich eine Patchworkdecke machen werde, sagte er: “Aha, es ist also soweit.” Wie! Es ist soweit! Was soll das jetzt heißen? “Naja, das ist doch so ein Meilenstein, oder?” Meilenstein wofür? Für meine Nähfähigkeiten? Für’s Spießig werden? Auf weitere Nachfragen war nur noch ausflüchtendes Gemurmel zu vernehmen, deswegen weiß ich bis heute nicht, was genau er eigentlich meinte :-) Ist aber auch egal, denn ich habe so wunderbare Stoffschnippsel, die standesgemäß verwurstet werden wollen.

Und während ich meine Stoffquadrate zuschneide, würden wir uns weiter über dies und das unterhalten. Ich würde euch zum Beispiel erzählen, dass ich im Moment viel über’s Verzichten nachdenke. Vielleicht liegt es daran, dass Fastenzeit ist. Ich esse keine Chips oder ähnliches Knabberzeug und es fällt mir echt schwer, denn die abendliche Futterei auf dem Sofa gehört für mich zur Entspannung dazu. Aber um die Chips geht es mir gar nicht so sehr. Mir geht es um ein allgemeineres Verzichten. Ich will zufriedener sein.

Ich bin auch zufrieden. Da gibt es ja verschiedene Ebenen. Ich bin dankbar für alles, was ich habe. Mit ist durchaus bewußt, dass ich ein reich beschenkter Mensch bin. Ich habe eine gesunde Familie, ein Zuhause, ein Auto, gutes Essen… Mir mangelt es an nichts. Und das ist vielleicht der Knackpunkt. Wir leben im Überfluß. Um mich herum ist Überfluß. Und egal, was ich schon habe, egal, wo ich hinschaue – ich könnte mehr davon haben. Mehr, anders, neu. Bei manchen Dingen juckt mich das nicht, für andere bin ich sehr anfällig. Und wenn ich nicht aufpasse, können mich diese Dinge sehr umtreiben.

Manchmal denke ich dann, wieviel Zeit und Gedanken und Energie ich frei hätte, wenn ich nicht darüber nachdenken würde, was ich in unserem Haus noch alles machen möchte, welche Möbel oder Dekogegenstände sich hier noch super machen würden, welche Klamotten ich nicht habe, aber haben möchte, welche Blogposts ich schreiben möchte, wie ich mehr Leser bekommen könnte, welche Ideen, die ich mal auf Pinterest gesehen habe, ich alle basteln möchte und wie ich dafür meine Zeit oder mein Geld organisiere… Ich habe hundert Dinge im Kopf – materielle und nicht materielle – die ich gerne haben oder machen möchte. Das ist nicht dramatisch. Ich bin nicht unglücklich ohne diese Dinge. Aber sie sind in meinem Kopf! Pläne, Wünsche, Absichten…

Ich will nicht sagen, dass es schlecht ist, Pläne oder Wünsche zu haben, Visionen für die Zukunft, sich weiter zu entwickeln. Mir geht es um die Balance. Und um die Prioritäten, die sich manchmal ganz unbemerkt verschieben. Ich möchte mich an den Dingen, die ich habe, länger erfreuen. Ich möchte mich an Dingen, die ich woanders (im Laden, auf anderen Blogs…) sehe, erfreuen und sie nicht gleich haben wollen. Ich möchte, dass diese Dinge meine Dinge nicht so schnell relativieren können.

Versteht ihr, was ich meine? Ich habe das Gefühl, ich kann es so schlecht erklären.

Mein rotes Sofa ist ein ziemlich gutes Beispiel. Wenn man in ein neues Haus einzieht, mehr Platz hat, die alten Möbel in neuen Räumen stehen, kommen irgendwann Gedanken wie “Ach, ein neues Bücherregal müsste jetzt auch mal her. Oben brauchen wir noch eine Kommode im Kinderzimmer. Das Sofa ist echt langsam durch und rot ist auch überhaupt nicht mehr mein Fall… Weiß oder Grau ist modern! Oder gelb und petrol!”

All diese Pläne, Wünsche und Bilder werden in meinem Kopf in kleine Schubladen abgelegt. Bis zu einem gewissen Grad dürfen diese Schubladen gefüllt sein. Aber je mehr Schubladen sich füllen, desto unvollständiger fühle ich mich. Wenn es in meinem Kopf zu viele dieser Wunsch-Schubladen gibt, treibt mich das um. “Nicht die Vermehrung unserer Habe, sondern die Verringerung unserer Wünsche benötigen unsere Zeit” las ich neulich irgendwo…

Und ich möchte einfach konsumbewusster leben. Wir sind schon lange keine Konsumgesellschaft mehr, sondern eine Wegwerfgesellschaft. Neulich stand ein sehr guter Artikel zu diesem Thema in der Zeit. Dort wurde der italienische Ingenieur und Soziologe Vilfredo Pareto (1848 bis 1923) zitiert, der den Menschen als “ein unersättliches Wesen (…), ein vom Gefühl des Mangels erfülltes Geschöpf, getrieben vom Wunsch, immer noch mehr Besitz anzuhäufen” beschrieb. Das ist eine ziemlich düstere Beschreibung, trotzdem hat sie mich berührt. Wie auch die eigentliche Bedeutung des lateinischen Wortes consumere (= aufbrauchen, verwenden, erschöpfen). Wieviele Dinge sortiere ich aus, nicht weil sie kaputt sind, sondern unmodern, weil inzwischen ein anderes Muster oder eine andere Farbe in ist.

Also habe ich beschlossen, ein paar Schubladen auszuleeren. Unser Bücherregal wird nicht weiß, nicht Landhaus und nicht Retro, sondern weiterhin Ivar heißen. Das rote Sofa wird noch eine ganze Weile stehen bleiben, also kann ich es genauso gut mögen! Und deswegen wird es mit zwei, drei neuen Kissen und einer bunten Decke aufgepeppt. Hiermit leere ich quasi symbolisch eine große Schublade aus :-)

Mir ist bewusst, dass der Text zu den Bildern etwas paradox wirken könnte. Denn natürlich wirken Bilder auch als Anregung. Vielleicht speichert ihr diese Bilder jetzt als Wunsch in die nächste Wunsch-Schublade und denkt gleichzeitig “Jaja, hier zeigt sie neue Sachen, aber labert von Verzicht!” Könnte ich verstehen. Und ich will auch niemanden zu neuen Weltanschauungen bekehren. Das sind einfach Gedanken, die mich beschäftigen und schließlich sitzen wir zusammen bei einem gemütlichen Kaffeetrinken auf dem Sofa und plaudern :-)

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