kindermund

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vor dem winterschlaf haben wir noch ein paar büsche und pflänzchen in unserem noch sehr kahlen garten beheimatet. die letzten beiden wochenenden hat mein mann damit verbracht, wie ein maulwurf durch den garten zu wühlen und erdhaufen aufzuwerfen.

und unterschiedlicher hätten die temperaturen nicht sein können. das eine wochenende spielt noch ein bisschen sommer, das nächste lässt schon den winter raushängen und bringt uns morgens kurz ins grübeln, ob wir den boden noch aufgeschaufelt kriegen. dieses wochenende fühlte sich schon sehr nach winterschlafvorbereitungen an. nun können sie schlafen, unsere büschlein und kräfte sammeln und wenn der frühling kommt, dann werden sie sprießen und blühen – und zwar in unserem garten! wie ich mich darüber freue!

der spross hat eifrig mitgeholfen. er ist sechs – buddeln liegt in seiner natur. er hofft im moment immer, schätze zu finden. wenn ich mir das bild jetzt ansehe, ärgere ich mich, dass ich ihm nicht einen untergejubelt habe…

nein, ich tue dem sprösschen unrecht. er hat auch sein schäufelchen geschwungen – für ein paar minuten. außerdem ist er bei anderen sachen ein großer und bereitwilliger helfer: er schält kartoffeln, er räumt auf, er saugt, er legt wäsche zusammen… natürlich alles nur für 1-5 minuten, aber die bereitschaft ist da. er liebt es am wochenende morgens mit zum bäcker zu fahren, um die brötchen zu holen und dann stolz mit der tüte unterm arm hereinzumarschieren, als hätte er die brötchen persönlich auf der jagd mit der keule erlegt.

das sprösschen besitzt eine völlig selbstverständliche kindliche eigenliebe. er findet sich einfach toll. er hat freude an sich selbst! und er ist sich völlig sicher, dass auch alle anderen freude an ihm haben.

in letzter zeit kommt er öfter zu mir und sagt: “mama! ich… liiieeebe dich!” und nimmt mich fest in den arm. vor ein paar tagen gab es diese variante: “mama! ich… liiieebe dich! … und ich liebe papa … und ich liebe sprosse … und ich liebe den spross.” kurze pause und ich dachte schon, es kommt nichts mehr, denn er hatte ja nun alle unmittelbaren familienmitglieder aufgezählt. aber dann, im brustton der überzeugung: “und… ich liiiieeebe mich selbst!”

wenn irgendwas nicht nach seinem willen geht, hat er auch keine scheu, höchste instanzen dafür verantwortlich zu machen und zu beschimpfen. wer sonst sollte bitte schön zuständig sein für ihn, wenn nicht mindestens das universum? sätze wie “grmmpf! blöde mama!” oder “blöder schrank!” oder “blöde wand!” oder wer auch immer grade in der nähe ist und schuld sein könnte, gehören zum üblichen repertoire. aber inzwischen wird auch auf höherem niveau geschimpft. so wie neulich im auto, als er vor sich hingrummelte: “grmmmm! blöder weltall… blöder, blöder weltall…”

zurück in den garten.

ist dieses bild nicht großartig? die süße schnute, die hingabe und der dino pustet mit. ich find’s zum knutschen!

für den zweiten schwung büsche war ich mit dem spross in der baumschule unterwegs. interesting fact nebenbei: im westen von hamburg liegt das größte baumschulgebiet der welt! jaha! in der baumschule unseres vertrauens gibt es eine sehr nette dame, die einen kompetent berät und wenn nötig in ihr auto packt und über das ganze gelände fährt, damit man sich busch xy persönlich augucken und aussuchen kann.

zweimal habe ich das mit ihr schon gemacht und immer bewundert, dass sie es mit ihrem transporter durch die schlammigsten kurven schafft. an dem tag, als ich mit spross da war, hat sie es nicht geschafft :-) in der hinterallerletzen kurve auf dem hinterallerletzen feld war es vorbei. wäre ich ausgestiegen, wäre ich bis über die knie im schlamm versunken.

… liegt am rand von hamburg. wer hätt’s gedacht.

da hat die nette dame von der baumschule ihr handy gezückt und ihren kollegen mit dem trecker herbeigerufen. und das ist natürlich ein großes abenteuer für einen sechsjährigen!

nach ein bisschen langweiligem warten hörte man ihn heranbrummen: den trecker!

ich habe mich natürlich nicht aus dem seitenfenster gehängt, sondern das geschehen dezent im rückspiegel festgehalten. hach, das war super! ich wollte schon immer mal von ‘nem trecker abgeschleppt werden. weitere wichtige punkte meiner liste sind abgehakt: baum pflanzen – check. vom trecker abgeschleppt werden – check!

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ach, und übrigens… ich hatte am montag den kurzweiligsten und effektivsten elternabend meins lebens. echt wahr. hab’ selten so viel spaß auf einem elternabend gehabt. die lehrerinnen, die den frankreichaustausch leiten, waren kompetent und routiniert und hatten zwischendurch so einen liebenswerten ironischen unterton (“ja, manche kinder sind im internat untergebracht. das ist nicht schlimm. fast ein bisschen wie gefängnis, alles ein bisschen karger, die haustüren werden bewacht, aber sehen sie es so: ihre kinder waren wahrscheinlich noch nie so sicher in ihrem leben. da kann gar nichts passieren… aber keine sorge, wir kümmern uns um ihre kinder”). meiner aufgeregten tochter ist diese ironie wahrscheinlich völlig entgangen, aber ich hab’ mich sehr amüsiert.

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heute habe ich die süßeste entdeckung gemacht – oder eigentlich wiederentdeckung. die sprosse und ich wollten backen und ich wusste noch, dass meine mutter ihr das rezept, das wir brauchten, vor ganz langer zeit in ihr kleines notizbuch geschrieben hat. ein kleines büchlein, dass sie als sieben- oder achtjährige mal geführt und seitdem in ihren kramschubladen immer aufbewahrt hat. nachdem wir fertig waren mit backen, habe ich es mal wieder durchgeblättert und bin fast zerflossen vor rührung und lachen.

mein kind hatte den heeren plan, ein buch mit allem nötigen wissen über das leben und für’s leben zu erschaffen. sie nannte es ihr “allwissendes buch”! vieles hat sie selbst geschrieben, bei ein paar dingen haben ihre oma und ich geholfen (sie hat diktiert, wir haben geschrieben). neben den wichtigsten familienrezepten, findet man im allwissenden buch fakten und wissenswertes über blumen, igel, kängurus, steine, zahn- und bauchweh, schlangen oder TKKG…

the sweetest thing! ich bin so froh, dass es dieses büchlein als erinnerung an mein kleines mädchen gibt! ein großer schatz!

ein paar beispiele:

“igel können ihre stacheln zu samen klapen?” ach soo, “zusammenklappen”.

“wenn einem schlecht ist…

kann er sich mit wärmekissen hinlegen, kann er trocken knäckebrot essen, kann er spazieren gehen, kann er auf klo gehen, kann er was trinken, kann er seinen bauch massieren…”

wie wahr! …und jetzt ist sie vierzehn und weiß alles noch besser… :-)

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ostern

ein paar eindrücke unserer ostertage

schmücken und vorbereiten.

ostereier anmalen.

diese geriffelten eier sind echte hühnereier! verrückt, oder? meine freundin helena hat sie mir geschenkt. die sind nicht nur geriffelt, sondern auch ziemlich groß. super zum basteln, aber – meine güte! – das arme huhn… sowas gibt’s?

die ergebnisse unserer ostereierbastelei:

ostereier suchen.

am ostermorgen suchen die kinder eigentlich nur bei schlechtem wetter im haus. so schlecht war das wetter dieses jahr nicht, aber unser “garten” besteht im moment aus erd- und kieshügeln, paletten mit pflastersteinen und dazwischen geparkten baggern, also…

“guck mal mama! ich hab schon wieder geostert!”

bei unseren freunden im innenhof haben wir dann sonne, kaffee, kuchen und gemeinschaft genossen und die kinder haben im hof zusammen ostereier gesucht.

sohn, guck nach rechts! ich glaube, da hat der osterhase auch was hingelegt!

entspannen und genießen.

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so, wir haben kürbis und herbstbastelei abgehakt. mein sohn hat beschlossen, dass es zeit ist, zur nächsten jahreszeit über zu gehen. die nächste jahreszeit heißt bei ihm nicht winter sondern weihnachten, versteht sich, nicht wahr? derzeitiges lieblinghörspiel bei uns ist petterson und findus. mit petterson verbringe ich mehr zeit als mit meinem mann. und derzeitiges lieblings-petterson-und-findus-hörspiel ist der weihnachtsmann kommt. daher also gestern mal wieder des sprosses begehren, endlich einen wunschzettel zu schreiben. wird ja auch langsam zeit! bisher habe ich dieses ansinnen abgeschmettert mit der begründung, dass es ja noch lange nicht weihnachten ist oder ich habe ihn reden lassen und regelmäßig zustimmende grunzlaute von mir gegeben, um ihn zufriedenzustellen.

auch diesmal war mein erster impuls, ihn auf in ein paar wochen zu vertrösten. mein zweiter impuls aber sprach zu mir: lass ihn doch mal machen, das könnte doch ganz interessant sein und schließlich ist es ja auch nicht mehr lang bis weihnachten und du hast noch ´nen umzug vor dir die nächsten monate, da wäre es eh praktisch früher als sonst geschenke zu kaufen und das schon erledigt zu haben und es ist bestimmt lustig, mal alles aufzuschreiben, was so in seiner fantasie herum spukt. all diese guten gründe schwaffelte mir der zweite impuls ins hirn und hat mich damit überzeugt. dumm…

hier ist er, der wunschzettel:

so, und nu, lieber weihnachtsmann, was machen wir jetzt damit? hast du vielleicht eine ahnung, wo ich einen düsenjet-fliewatüt-flughafen herkriegen soll? oder ein rennauto, da wo staub aufwirbelt? wie ich es bewerkstelligen soll, dass der spross das haus, wo wir früher mal waren, mit dem großen kamin, bekommt (er meint ein ferienhaus in dänemark)? ganz zu schweigen von diesem blöden hund! die große sprosse hat ihre kleinen brüder so gehirngewaschen, dass ich jetzt auf schritt und tritt bei jeder wunschmöglichkeit von allen belatschert werde, ob wir nicht einen hund haben können??? und keine mensch weiß, wie genau er sich “spielmenschen in einer stadt, mit einem balkon dabei und spitze berge bei der spielstadt” vorstellt. konnte mir mein kind auf nachfrage auch nicht sagen.

ich bin sehr begeistert von seinem wunschzettel und werde ihn in ehren halten, bis ich alt bin. insofern war es eine gute idee. aber das kind ist davon überzeugt, dass alles, was auf einem wunschzettel steht, in erfüllung geht. und dass ein haus mit kamin geringfügig teurer ist als ein regenschirm, ahnt er auch nicht. oder wenn er es ahnt, denkt er zumindest, dass das bei weihnachtswünschen irrelevant ist. was also tun? als ich kurz andeutete, dass der weihnachtsmann das aber nicht alles bringen kann, reagierte der spross nur mit verständnislosem blick. jetzt habe ich zwar ein schönes andenken an meinen fünfjährigen und eine vorstellung von seinen wünschen aber muss bis weihnachten an enttäuschungsschadensbegrenzung arbeiten und ihn mehr in richtung playmobil manipulieren.

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