September 2011

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manchmal habe ich den eindruck, dass kinder im trotzalter schlicht und ergreifend nicht wissen, worüber sie sich ärgern sollen und sich deshalb die sinnlosesten dinge aussuchen. oder im gegenteil, sie könnten sich über alles ärgern und wählen dann einfach nach glücksradprinzip. ah, das glücksrad bleibt bei – sagen wir mal – dem thema trinken stehen, diesmal kaufe ich ein a wie ausrasten dazu…

neulich war im kindergarten zur abholzeit die apfelschorle alle. julius war sehr betroffen von der aussicht, seinen heimweg ohne sein übliches abschiedsschlücklein antreten zu müssen. sehr betroffen! er trinkt gerne noch einen kleinen schluck vor dem aufbrechen. dieses mal war der fehlende abschiedsschluck im kindergarten wohl ein echter verlust, denn auf dem heimweg und für eine weitere geschlagene halbe stunde zu hause, jammerte, tobte, verzweifelte er, dass er seine apfelschorle im kindergarten trinken wollte. “ich will appelschorle im tilly!!” wir hatten einen reichen apfelsaftvorrat im haus und da das kind offensichtlich durst hatte, bekam er auch gleich einen becher vor die nase gesetzt. aber diese apfelschorle zu dieser tagesstunde kann man anscheinend nur im tilly trinken. julius bestand darauf, seine apfelschorle nur im kindergarten trinken zu wollen. für einen kurzen, verrückten moment schoss mir der gedanke durch den kopf: ich nehme die blöde apfelschorle, geh mit dem kind zurück (wir brauchen nur 5 minuten zum kindergarten) und dann soll er halt seine apfelschorle da trinken. – bruchteilsekundengeistesgestörtheit!

ein zweites beispiel: julius setzt sich manchmal wenn er lust hat, auf die toilette. dafür zieht er alles aus, legt seine windel neben sich und hockt da und ist stolz. wenn er fertig ist, mache ich ihm eine neue windel um und helfe beim wieder anziehen. dieses mal wollte julius keine neue windel, sondern seinen alte pipiwindel wieder um haben. hab ich verweigert… geschrei… lange. irgendwann hangelte er sich zum windeleimer hoch, fischte sich seine alte windel wieder raus und lief mit der windel in den armen hinter mir her. der dialog ging so:

jul: ich will meine windel (pipiwindel im arm wie geliebtes stofftier)

ich: julius, die windel ist ziemlich voll, ich geb dir eine neue… (erklär,erklär)

jul: ich will meine windel!!!

(wiederhole mehrmals)

jul: ich will meine Windel!

ich: nein! (kurz und knapp)

jul: ich will meine windel!!!

(wiederhole mehrmals)

jul: ich will etc pp.

ich: (schweigendes ignorieren)

jul: ich will meine windel!!

relativ simpel, das muster…

heute bin ich sogar von der polizei angehalten worden wegen meines trotzanfälligen kindes! kurz die ausgangssituation geschildert: kindergarten, abholen, kind wollte nicht zu fuß, sondern auf dem arm nach hause getragen werden. mutter hatte aber kinderwagen mit, wollte kind im kinderwagen, hat sich entschieden, durchzuziehen… geschrei. hinter uns kam ein polizist des weges, überholte  und fragte, ob er behilflich sein kann. ich dachte: ganz bestimmt nicht. hab es aber nicht gesagt, schließlich sagt man sowas nicht, wenn einem die polizei hilfe anbietet. sagte also: ja, wenn sie ihn davon überzeugen können, in den kinderwagen zu steigen. hat der gute mann auch wacker versucht. die polizei, dein freund und helfer. seine freundlichen überredungsversuche sind aber leider an meinem beharrlichen kind gescheitert. er hatte dann allerdings doch noch erfolg, denn nachdem der polizist und ich uns noch ein paar minuten nett über kinder unterhalten hatten und er sich verabschiedete, ging julius kurz ein licht auf in seinem trotznebel. ” ist das ein polizei?” für fünf sekunden schaute er sehr beeindruckt hinter dem mann her, dann gings wieder los.

für einen kurzen, verrückten moment war ich in versuchung, ihm zu sagen, dass die polizei jetzt jedesmal kommt, wenn er heult. – bruchteilsekundengeistesgestörtheit!

im allgemeinen kann ich aber versichern, dass ich ziemlich selten genervt bin von heulenden kindern und das alle meine kinder ziemlich harmlos trotzanfällig waren/sind. also, herr polizist, kein grund zur sorge, ehrlich!

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bekanntmachung

ähem, ich zitiere (mich selbst): “ron, ich fürchte, du hast die haushaltstechnische büchse der pandora geöffnet.” als mein mann mir geholfen hat, mein blog einzurichten, habe ich schon befürchtet, dass das eine neue leidenschaft wird. drei wochen später muss ich bekannt geben, so ist es. ich mag mein blog! ich gebe ihm so viel zeit und aufmerksamkeit, dass wäsche und haushalt bedauerlicherweise etwas auf der strecke geblieben sind. leider ruhen sie nicht wirklich in frieden. ihre geister verfolgen mich sehr beharrlich. und leider erscheinen diese geister nicht nur zur mitternachtsstunde, sondern hocken mir den ganzen lieben, langen tag vor der nase. aber ich habe im moment keine lust, sie zu erlösen, denn bloggen macht spaß, wäsche… äh nicht. auf meiner persönlichen unbeliebtheitsskala von haushaltsarbeiten macht wäsche (waschen, aufhängen, zusammenlegen, wegräumen. bügeln habe ich schon vor langer zeit aufgegeben) den allerersten unbeliebtheitspreis.

aber heute habe ich es getan: ich habe ungefähr drei tonnen wäsche gewaschen, aufgehängt und zusammengelegt! es gab einen kleinen zwischenfall heute morgen (nachdem mein mann mit duschen fertig war und eine gewisse wäscheknappheit herrschte…), der mich veranlasst hat, es mit dem wäschegeist aufzunehmen und die hallende leere in unseren schränken zu vertreiben. während die jungs vor ihrem fernsehprogramm saßen, habe ich die ungefähr drei tonnen wäsche gefaltet. auch ein gutes gefühl. ich finde, wenn alles ordentlich gestapelt ist, sieht es gar nicht mehr so viel aus, aber ich schwöre, der turm war im aufeinander geworfenen zustand bestimmt zwei meter hoch!

ts, fernseh- und wäschezeit ist vorbei und mein kind möchte seine seele verkaufen. “ich gucke einen monat kein fernsehen” feilscht er mit mir, um mir jetzt noch eine hase felix folge aus den rippen zu leiern. hah! er weiß nicht, was er redet. junge, du faselst! (um es mal mit einem zitat von herrn lehmanns mutter zu sagen)

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zwei tatsachen vereinten sich zu dieser idee… 1. der spross kommt nächstes jahr im sommer in die erste klasse und kritzelt schon gerne buchstaben und zahlen und 2. vor ein paar wochen habe ich festgestellt, dass sich in unseren küchenschubladen unsinnig viele kronkorken ansammeln. was macht man also aus so vielen kronkorken und wie könnte man des sohnemanns spaß an buchstaben fördern? man bastelt natürlich ein kronkorkenalphabet.

[da hier ziemlich viele bierkronkorken zu sehen sind, möchte ich nochmal betonen, dass sich das ganze über wochen angesammelt hat.]

1. man sammelt viele kronkorken. sinnvoll sind ein paar mehr als 26, weil man dann die meist gebrauchten buchstaben mehrmals stempeln kann.

2. buntes papier aussuchen, nicht zu gemustert, weil sonst die buchstaben nicht erkennbar sind.

3. mit dem zirkel kreise malen und ausschneiden.

4. buchstaben stempeln (man kann sie natürlich auch einfach selbst aufmalen). die stempel sind schon lange in familienbesitz, die hab ich bei meiner mutter gezockt. damit haben wir schon als kinder gestempelt. stempeln ist faszinierend…

5. – 7. bei amazon gibt es selbstklebende magnetplättchen, diese sind 15×15 mm groß. hinten drauf geklebt. fertig.

wenn man keine buchstaben mag, kann man natürlich alles mögliche in die zwei quadratzentimeter quetschen, z.b. die kleine raupe nimmersatt. (die habe ich nicht gestempelt, wie die kreativ begabten festgestellt haben mögen. die habe ich gemalt.)

das geht schnell, ist schön bunt und ein bastelprojekt, das man ewig erweitern kann. jetzt brauche ich nur noch eine magnettafel fürs kinderzimmer, die habe ich neulich schon bei ikea gesehen. wir haben nämlich keinen magnet-pepp-fähigen kühlschrank.

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heute morgen war ich ein bisschen frustriert. was mich frustriert, ist das geschäft mit bauleitern, handwerkern oder anderen menschen, die zu unserem hausbau gehören. es ist gar nicht unbedingt deren schuld, dass ich frustriert bin, aber diese leute bringen mich dazu, dass ich mich selbst nicht mag. in den letzten monaten, die wir nun mit hausbau und organisation beschäftigt sind, habe ich festgestellt, dass ich mich nicht gut streiten kann. und das dilemma ist, dass es leider nötig ist, hier und da mal rumzumotzen und auf dinge zu bestehen. ich kann nicht aus meiner haut. ich bin freundlich und wenn mir einer sagt, das etwas so und so gemacht werden muss oder nicht anders geht, sage ich oft, ach so, ja denn, schön. aber so kommt man halt nicht weit, das sehe ich ja ein. jetzt denke ich in jedem gespräch, dass ich führe, ich müsste besonders kompetent, geschäftstüchtig, abgebrüht, überblickend und vor allem leithammelig auftreten. daran scheitere ich des öfteren und dann mag ich mich nicht. ich weiß nicht, ob das berechtigt ist, ich wäre gern anders, ich setze die oben genannten maßstäbe an mich, die ich oft nicht erreiche. ist das herausfordernd oder frustrierend? dieser zwiespalt begleitet mich. ich finde es anstrengend und manchmal vermiest es mir die laune aber ausweichen will ich auch nicht.

so, genug gejammert, liebes tagebuch, andere leute haben echte probleme. was also bei frust hilft:

(wenn man wie ich heute morgen, durch die gegend fährt, um waschbecken und toiletten fürs haus auszusuchen): im auto laut lieblingsmusik hören und mitsingen. z.b. far away oder keep breathing von ingrid michaelson und best-band-on-earth-ever-right-now mumford and sons. mehr musik habe ich im auto eh nicht, die alternativen sind mama muh und der soundtrack von highschool musical. das ich den mitsingen kann, zeigt mir, dass ich dringend neue musik brauche.

das laut singen im auto hat mich darauf gebracht, zu hause mal wieder meine gitarre in die hand zu nehmen und ebenfalls laut dazu zu singen. singen ist super, ich hab schon lange nicht mehr richtig gesungen, so aus voller seele nur für mich. meine alltagssingerei beschränkt sich auf “heile gänschen” und andere kinderlieder. das ist nicht dasselbe! ein wunderschönes lied ist das privileg zu sein von samuel harfst. die anfangszeilen von diesem lied helfen auch: ist es nicht wunderbar an diesem tag zu sein. es ist ein privileg, erachte es nicht als klein…

wenn die sonne scheint. sonne hilft extrem.

dinge tun, die spaß machen, nämlich blog schreiben (obwohl ich überhaupt keine zeit habe!) – und den text bunt machen…

kaffee (in einer schönen großen tasse, die tasse ist auch wichtig, da geht nicht jeder darhergelaufene pott) kaffee ist ein psychisches ding bei mir. auch wenn ich gar keine lust auf kaffee habe (was vorkommen kann :-)) gibt es gewisse tageszeiten und stimmungen, wo es alleine hilft, wenn man sagt: so, jetzt erst mal ´nen schönen kaffee.

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