basteln mit kindern ist was feines, oder? wir haben immer viel spaß, viel freude am fertiggebastelten und eine gute zeit. ist auch wirklich so, aber trotzdem möchte ich gerne ein paar kliiitzekleine realistische nuancen oder “bastelbegleiterscheinungen” ergänzen (die zumindest bei mir auftreten):
(von mir vor bastelbeginn oft übersehene) tatsache nummer 1:
mutter braucht meistens mehr geduld als angenommen, kinder haben meist weniger geduld als gehofft.
tatsache nummer 2:
mutter hat genaues konzept vor augen, kinder wollen gerne drauflospanschen, entwickeln sogar (bewahre!) eigene vorstellungen – das kollidiert manchmal unangenehm.
tatsache nummer 3:
kommen tatsache nummer eins und zwei zusammen, bastelt mutter alleine zu ende.
entweder weil untertatsache 3a)
kinder haben jegliches interesse verloren, aber mutter hat noch so viel spaß an ihrer idee, dass sie sie auch vollenden möchte.
oder untertatsache 3b)
mutter hat interesse verloren, aber kinder haben so viel spaß an ihrer idee, dass sie sie unbedingt vollendet haben wollen! (was dann wiederum die mutter motiviert, gewünschtes objekt fertigzustellen)
basteln mit kindern macht viel freude (wirklich viel!), kann aber auch ein durchaus anstrengendes geschäft sein. und manchmal, wie das so ist, wenn das geschäft brummt, übersieht man wichtige einzelheiten. heute also ein beispiel aus der kategorie die betriebsblinde mutter:
als wir vor ein paar tagen unseren drachen bastelten, war das mehr arbeit als erwartet (hm, tatsache nummer vier?). es wurde eifrig gemalt, zwischendurch gemeckert und gezetert, geplant, zusammengeklebt, ideen ausgetauscht, ausgeschnitten, gemalt – der durchschnittliche bastelbetrieb. dann wurde es ein wenig hektisch, weil der spross unbedingt seinen drachen haben wollte, aber beide kinder nicht mehr richtig bei der sache waren. ich stand also unter dampf.
mein mann kam nach hause und traff mich in beschwerde-stimmung an. nachdem er mein gewusel (und meine ungeduld) eine weile beobachtet hatte, bemerkte er: “sprösschen hat aber spaß.”
und siehe da, mein basteltunnelblick weitete sich und ich erkannte: der kleinste hatte die ganze zeit mitgebastelt. ich hatte ihn schon abgeschrieben, weil er so vor sich hintüddelte, aber zum schluss hatte er ein ziemlich feines drachenteil ganz selbständig zusammengeschustert! und ich hatte seine bastelfreude und eifrige emsigkeit gar nicht wahrgenommen.
das hat mich nachdenklich gemacht. ich genieße meine kinder sehr und versuche, ihre mimik und ihre art zu beobachten, um sie mir einzuprägen. aber oft geht mir der blick für sie im alltagsgerenne verloren. das ist wahrscheinlich normal, aber situationen wie diese lassen mich nochmal genauer hinsehen und ich bin immer dankbar, wenn das passiert.
am nächsten tag saß ich mit dem kleinsten vor dem fernseher. normalerweise suchen wir aus, was die kinder gucken wollen und sobald ich ihre sendung angeschaltet habe, schalte ich mich aus. denn das ist immer meine kleine mittagsauszeit für ein kurzes schläfchen, einen ruhigen kaffee oder dinge, die ich erledigen will.
noch frisch das erlebnis vom tag zuvor im sinn, habe ich mich diesmal entschlossen, meinen sohn zu beobachten. einfach zuzugucken, wie ihm seine gefühle und gedanken aus dem gesicht purzeln. (ich liebe sein kleines schnütchen!)
das waren gute fünf minuten. und ich hoffe, dass ich immer wieder kleine erinnerungen bekomme, mal wieder zu beobachten, wo ich sonst nicht mehr beobachte. bei meinen kindern, aber auch bei anderen.
so, mit diesem kleinen mütterphilosophischen wort zum sonntag (hehe) wünsche ich allen einen guten wochenstart!






















