Oktober 2011

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basteln mit kindern ist was feines, oder? wir haben immer viel spaß, viel freude am fertiggebastelten und eine gute zeit. ist auch wirklich so, aber trotzdem möchte ich gerne ein paar kliiitzekleine realistische nuancen oder “bastelbegleiterscheinungen” ergänzen (die zumindest bei mir auftreten):

(von mir vor bastelbeginn oft übersehene) tatsache nummer 1:

mutter braucht meistens mehr geduld als angenommen, kinder haben meist weniger geduld als gehofft.

tatsache nummer 2:

mutter hat genaues konzept vor augen, kinder wollen gerne drauflospanschen, entwickeln sogar (bewahre!) eigene vorstellungen – das kollidiert manchmal unangenehm.

tatsache nummer 3:

kommen tatsache nummer eins und zwei zusammen, bastelt mutter alleine zu ende.

entweder weil untertatsache 3a)

kinder haben jegliches interesse verloren, aber mutter hat noch so viel spaß an ihrer idee, dass sie sie auch vollenden möchte.

oder untertatsache 3b)

mutter hat interesse verloren, aber kinder haben so viel spaß an ihrer idee, dass sie sie unbedingt vollendet haben wollen! (was dann wiederum die mutter motiviert, gewünschtes objekt fertigzustellen)

basteln mit kindern macht viel freude (wirklich viel!), kann aber auch ein durchaus anstrengendes geschäft sein. und manchmal, wie das so ist, wenn das geschäft brummt, übersieht man wichtige einzelheiten. heute also ein beispiel aus der kategorie die betriebsblinde mutter:

als wir vor ein paar tagen unseren drachen bastelten, war das mehr arbeit als erwartet (hm, tatsache nummer vier?). es wurde eifrig gemalt, zwischendurch gemeckert und gezetert, geplant, zusammengeklebt, ideen ausgetauscht, ausgeschnitten, gemalt – der durchschnittliche bastelbetrieb. dann wurde es ein wenig hektisch, weil der spross unbedingt seinen drachen haben wollte, aber beide kinder nicht mehr richtig bei der sache waren. ich stand also unter dampf.

mein mann kam nach hause und traff mich in beschwerde-stimmung an. nachdem er mein gewusel (und meine ungeduld) eine weile beobachtet hatte, bemerkte er: “sprösschen hat aber spaß.”

und siehe da, mein basteltunnelblick weitete sich und ich erkannte: der kleinste hatte die ganze zeit mitgebastelt. ich hatte ihn schon abgeschrieben, weil er so vor sich hintüddelte, aber zum schluss hatte er ein ziemlich feines drachenteil ganz selbständig zusammengeschustert! und ich hatte seine bastelfreude und eifrige emsigkeit gar nicht wahrgenommen.

das hat mich nachdenklich gemacht. ich genieße meine kinder sehr und versuche, ihre mimik und ihre art zu beobachten, um sie mir einzuprägen. aber oft geht mir der blick für sie im alltagsgerenne verloren. das ist wahrscheinlich normal, aber situationen wie diese lassen mich nochmal genauer hinsehen und ich bin immer dankbar, wenn das passiert.

am nächsten tag saß ich mit dem kleinsten vor dem fernseher. normalerweise suchen wir aus, was die kinder gucken wollen und sobald ich ihre sendung angeschaltet habe, schalte ich mich aus. denn das ist immer meine kleine mittagsauszeit für ein kurzes schläfchen, einen ruhigen kaffee oder dinge, die ich erledigen will.

noch frisch das erlebnis vom tag zuvor im sinn, habe ich mich diesmal entschlossen, meinen sohn zu beobachten. einfach zuzugucken, wie ihm seine gefühle und gedanken aus dem gesicht purzeln. (ich liebe sein kleines schnütchen!)

das waren gute fünf minuten. und ich hoffe, dass ich immer wieder kleine erinnerungen bekomme, mal wieder zu beobachten, wo ich sonst nicht mehr beobachte. bei meinen kindern, aber auch bei anderen.

so, mit diesem kleinen mütterphilosophischen wort zum sonntag (hehe) wünsche ich allen einen guten wochenstart!

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wir wohnen seit mehr als vier jahren in hamburg und so sehr ich die stadt mag, hat mich bisher noch niemand dazu gebracht, statt eines ostwestfälischen universell gebräuchlichen “hallo” zur begrüßung “moinmoin” zu sagen. vor allem nicht abends!

meine kinder kommen durch schule und kindergarten mehr mit hamburger dialekt in berührung, deswegen wird bei uns inzwischen durchaus geluschert oder gepischert, und zwar ein büschschen flott. aber ich habe in meiner ganzen ersten zeit in hamburg nur ebenfalls zugezogene kennengelernt. zugezogen ist allerdings relativ, ich glaube, “hamburger” darf man sich eh erst nennen, wenn man in der dritten generation hier geboren ist. aber ich nenne jetzt mal jeden in-hamburg-geborenen hamburger. also, den ersten hamburger habe ich erst nach monaten kennengelernt und dann passt man sich ja auch sprachlich nicht so schnell an. (blabla, das war umständlich)

und mein mann bringt massive ruhrpöttlerische tendenzen ins haus. unser sofa ist kein sofa, sondern ein soffa, der kopf ein kopp, die krümel sind krümmel… wenn einer fragt: watt? dann sachste: datt!

nun wuselt es inzwischen wieder von handwerkern auf unserer baustelle und morgens bin ich öfter da, um mit elektrikern steckdosen und schalter an die wände zu malen oder ähnliches. der immense einfluss einer baustelle voller handwerker hat mich begrüßungstechnisch endlich hamburger verhältnissen angepasst. aus jeder ecke, jedem raum schallt einem das fröhlich geschmetterte “moinmoin!” entgegen. ist ansteckend.

so viel geballte moinmoineritis hat mich offensichtlich infiziert!

wieder zu hause angekommen, traff ich meinen nachbarn im treppenhaus und das “moinmoin!” entfleuchte mir schneller als ich denken konnte. na sowas.

flattr this!

drachen zähmen

mein sohn legte mir des morgens wärmstens ans herz, doch bitte sein zimmer “überall hier so” aufzuräumen, weil er seinen besten freund damit überraschen möchte… (äh…geht klar, sohn.)

da ich mein kind aber kenne, war mir der grund dieser anfrage ziemlich schnell klar. ich hole mal ein bisschen aus…

meine söhne (besonders der große) sind leidenschaftliche jäger und sammler, wie alle kleinen jungs. neben einer stattlichen stöcke-in-allen-größen-, vogelfeder-, steine-, klötze-, kiesel- und interessante-baumrinden-sammlung, tragen meine söhne kleine köfferchen mit sich herum, in denen alles aktuell wichtige aufbewahrt wird. der spross bevorzugt das modell “hat schon mama gehört”, das sprösschen einen blauen bob-der-baumeister-koffer.

(der blaue musste heute mit in den kindergarten, darum kein foto.)

aktuelle schätze: ein seil, spielgeld in einer geldbörse, großer bleistift, eine schatzkarte, kastanie, ein zauberstab (der kommt immer praktisch), eine plastikspritze, trillerpfeife, zwei bis drei ü-eier-kinkerlitzchen, eine lupe und (der neueste fund) ein enorm große walnuss, bestimmt doppelt so groß wie normale walnüsse, bei uns vor der haustür gefunden.

sprossens sammelleidenschaft erstreckt aber nicht nur auf praktisches, er dekoriert auch gerne sein zimmer. alles, was wir basteln oder malen, ziert trophäenartig wände und decke. nun hatten wir, angeregt von unserer papptellerskelett-bastelei, einen fantastischen drachen aus papptellern gebastelt. auf den ist er sehr stolz. der drache musste natürlich aufgehängt und dem besten freund präsentiert werden. um das in adäquatem rahmen tun zu können, verständlicherweise der wunsch, die austellungsräume zur besichtigung vorzubereiten. ist klar, oder?

ich gebe unseren bastelarbeiten gerne namen :-)

der passt auch schön zur grünen wand. ich bastel nur farblich passendes…

naja, wie man sieht, nicht wirklich…

die pompomgirlande ist übrigens nicht die aus dem zimmer der tochter. als ich die gemacht habe, wollte der spross unbedingt auch eine eigene.

so, jetzt gehe ich aufräumen.

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frage der woche

erwähnte ich schon, dass kochlaune und ich nicht per du sind? für drei kinder kochen führt oft dazu, dass ich ein gericht mit drei variationsmöglichkeiten herstelle oder ein gericht, aus dem man dann wahlweise das gelbe, das grüne oder das fleisch herauspicken kann. ganz davon abgesehen, dass mich mein eigener wochenspeiseplan so furchtbar langweilt (dies ist ein thema, das viel fettgedrucktes erfordert), weil er seit einem jahrzehnt aus sechs bis sieben immer wiederkehrenden gerichten besteht. na ja, vielleicht auch zehn bis zwölf. fischstäbchen kann man schließlich sowohl mit kartoffeln als auch mit kartoffelbrei servieren. versuche meinerseits, etwas abwechslung auf den tisch zu bringen, werden von einer gnadenlosen jury abgeschmettert (juror 1: “das maaag ich nicht.” juror 2: “wuääh! ek-e-lig!” juror 3: hat sich nach einem blick auf das dargebotene schon vom tisch entfernt).

also: täglich grüßt das fischstäbchen… nein, halt, das stimmt nicht: vor ungefähr fünf monaten ist es mir mit einer revolutionären heldentat gelungen, bei meinen kindern ein weiteres mahl zu etablieren. mache ich in dem tempo weiter, habe ich endlich einen ausgewogenen und abwechslungsreichen speiseplan erarbeitet, wenn die kinder aus dem haus sind.

wie dem auch sei. ich bin kochgelangweilt.

wie der worldwideweb-surfende zufall will, bin ich gestern beim lesen eins meiner lieblingsblogs auf eine internetseite gestoßen, die so heißt, wie es mir täglich aus der seele spricht:

sehr lustig!

wenn der vorschlag des tages nicht gefällt, kann man mit “den scheiss mag ich nicht” die nächste alternative suchen oder mit “ich ess kein scheiss fleisch” was vegetarisches anfordern. hinter jedem gericht steckt dann ein link zu leckeren futteranleitungen verschiedenster blogs. schön, schön, schön.

na gut, das löst nicht wirklich mein problem. denn ich werde meiner brut kaum lachs saltimbocca oder lauwarmen rote beete salat mit karamellisierter birne, ziegenkäse und wasabi-dressing vorsetzen können. aber wenn ich demnächst in meinem fischstäbchen herumstochere, kann ich von erhabenerem träumen und abends den holden göttergatten überreden, mir am wochenende zum beispiel dies hier zu kochen:

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