29. Oktober 2011

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wir wohnen seit mehr als vier jahren in hamburg und so sehr ich die stadt mag, hat mich bisher noch niemand dazu gebracht, statt eines ostwestfälischen universell gebräuchlichen “hallo” zur begrüßung “moinmoin” zu sagen. vor allem nicht abends!

meine kinder kommen durch schule und kindergarten mehr mit hamburger dialekt in berührung, deswegen wird bei uns inzwischen durchaus geluschert oder gepischert, und zwar ein büschschen flott. aber ich habe in meiner ganzen ersten zeit in hamburg nur ebenfalls zugezogene kennengelernt. zugezogen ist allerdings relativ, ich glaube, “hamburger” darf man sich eh erst nennen, wenn man in der dritten generation hier geboren ist. aber ich nenne jetzt mal jeden in-hamburg-geborenen hamburger. also, den ersten hamburger habe ich erst nach monaten kennengelernt und dann passt man sich ja auch sprachlich nicht so schnell an. (blabla, das war umständlich)

und mein mann bringt massive ruhrpöttlerische tendenzen ins haus. unser sofa ist kein sofa, sondern ein soffa, der kopf ein kopp, die krümel sind krümmel… wenn einer fragt: watt? dann sachste: datt!

nun wuselt es inzwischen wieder von handwerkern auf unserer baustelle und morgens bin ich öfter da, um mit elektrikern steckdosen und schalter an die wände zu malen oder ähnliches. der immense einfluss einer baustelle voller handwerker hat mich begrüßungstechnisch endlich hamburger verhältnissen angepasst. aus jeder ecke, jedem raum schallt einem das fröhlich geschmetterte “moinmoin!” entgegen. ist ansteckend.

so viel geballte moinmoineritis hat mich offensichtlich infiziert!

wieder zu hause angekommen, traff ich meinen nachbarn im treppenhaus und das “moinmoin!” entfleuchte mir schneller als ich denken konnte. na sowas.

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