31. Dezember 2011

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gute vorsätze

es ist silvestermittag und ich sitze im cafe, ganz für mich alleine. ich hab eine große tasse kaffee vor mir stehen und auf dem stuhl neben mir parkt eine einkaufstüte voller christbaumkugeln. denn ich war grade shoppen im weihnachtsschlussverkauf und habe zum ersten mal in meinem leben riiiichtig viel geld (25euro) für weihnachtsbaumschmuck ausgegeben. alles andere habe ich immer kleinteilig über die jahre angesammelt oder selbst gebastelt. hach, manchmal braucht es so wenig zum zufriedensein. manchmal muss man einfach nur als frischgebackene besitzerin von ein paar bunten, kitschigen kugeln alleine im cafe sitzen und schon baumelt die seele.

zwei tische weiter sitzt ein päärchen mit zwei kleinen kindern und man hört es scheppern, weil der kleinste die kaffeetasse vom tisch gefegt hat. der papa läuft, um einen stapel servietten zu holen. und ich denke: “das bin ich grade nicht!” ich bin eine fiese frau – fies, aber zufrieden :-)

eben im laden habe ich mal wieder festgestellt, dass ich nicht anders kann, als bunt und kitschig. stundenlang streiche ich wie die katze um den heißen brei um den schönen, edlen schmuck in den korrekt aufeinander abgestimmten farben, aber – ich kann mir nicht helfen – mit dem bunten und kitschigen gehe ich nach hause.

wenn man so seelenbaumelig im cafe sitzt, gerät man in schwafelstimmung. mangels vor mir sitzender freundin muss ich jetzt mt meinem blog (euch) quatschen…

in den letzten tagen habe ich über gute vorsätze nachgedacht. ich finde gute vorsätze blödsinnig. ich glaube, es ist gut, ab und zu mal in sich zu gehen und seelische bestandsaufnahme zu machen, aber silvester ist für mich dafür kein anlass. aber zum jahresende stößt man so oft auf neujahrsbeschlüsse, listen, sammlungen, visionen für das kommende jahr und listen mit tipps, wie man die vorsätze einhalten kann. ich habe schon an meinem geburtstag überlegt, ob ich mal so eine persönliche schaffensliste starte. da gibt es ja mehrere möglichkeiten, wie man das gestalten kann:

diese idee habe ich schon öfter gesehen: “25 dinge, die ich im nächsten jahr machen will” – 25, weil diese person 25 wurde. aber ich bin 35! das hat schon andere dimensionen und wohin soll das bitte schön denn noch führen? nee…

oder diese idee: “100 dinge, die ich erlebt, erreicht, gemacht haben will bevor ich 40 werde” ja, gehts noch? wenn man die liste durch hat, war bestimt auch der burnout dabei.

warum muss ich immer unbedingt so viel erleben und erreichen? das leben ist doch voll genug. reicht es nicht, wenn ich das, was kommt möglichst gut, intensiv und mit ganzem herzen ausschöpfe?

und was ist, wenn ich meine liste nicht schaffe? und ich würde meine liste nicht schaffen, denn ich würde mir mit sicherheit zu viel vornehmen. ich kann mengen nicht gut schätzen. das fängt ja schon damit an, dass ich immer noch, nach so vielen jahren muttersein, jedesmal zu viele nudeln zum mittag koche.

andererseits, vielleicht würde es mir und meiner unstrukturiertheit mal ganz gut tun, ein paar listen zur orientierung zu haben. ich fürchte nur, dass ich mich mit so vielen listen verzetteln würde (haha! dieses wortspiel!)

wie das so ist, bei einem schwätzchen im cafe, hat auch dieses schwätzchen keinen roten faden. meine vorsätze für die nächsten monate sind relativ simpel. wenn ich das geschafft habe und wieder ein bisschen mehr ruhe herrscht bei uns, vielleicht werde ich dann nochmal über meine visionen nachdenken – kann auch im hochsommer passieren…

danke für eure gesellschaft bei diesem kaffeeklatsch! es war gemütlich mit euch und ich hoffe, wir sehen uns bald wieder. was auch immer ihr für vorsätze habt und was auch immer vor euch liegt, ich wünsche euch ein schöne feierei heute abend und

ein gutes und erfülltes jahr 2012!

 

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