8. Juni 2012

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beim sprösschen wurden röhrchen eingesetzt und die polypen entfernt. bisher hatte er jeden winter mehrere mittelohrentzündungen und war dauernd erkältet, bis sich ein richtig dicker paukenerguss hinter beiden trommelfellen festgesetzt hatte. in den letzten wochen war das kind mehr oder weniger taub.

die ärztin hatte uns einen letzten aufschub gegeben, um zu sehen, ob das warme wetter noch etwas bewirkt, aber pfropfen blieb pfropfen. es gab also kein drumherumkommen mehr.

da mir alle vorher erklärt hatten, dass sei ein gaaanz simpler eingriff und überhaupt kein problem, hatte ich den meisten stress mit dem gedanken, dass das kind sechs stunden vorher nichts mehr essen darf. das sprösschen ist nämlich der könig unter den “zwischendurchsnackern”! aber wundersamerweise hat er bis zum frühen nachmittag nicht einmal nach essen gefragt…

stressiger war dann doch die prozedur selbst. simpel hin oder her, es ist eine op mit allem drum und dran. und mit der angst eines dreijährigen, der nicht versteht, was abgeht und mit schmerzen. und mit ‘ner mutter, die noch nie mit ihren kindern ins krankenhaus und eins ihrer kinder in einem op-saal lassen musste.

monsieur war überhaupt kein bisschen begeistert. zauberpflaster in der armbeuge? ausziehen bis auf die unterwäsche? schmerzsaft trinken? zäpfchen??? da kann die schwester noch so nett und lustig sein, der warteraum noch so bunt, die ablenkungsmanöver noch so luxuriös… das war ihm alles höchst suspekt. als die anästhesieärztin uns in den op-saal holte, wich seine empörung dann blanker angst.

ich hatte ihm vorher erklärt, dass er, während der arzt seine ohren heil macht, einfach ein weilchen schlafen würde. als er den mit technik und gerätschaften vollgestellten op-saal und die vier großen grünen menschen mit mundschutz sah, verging ihm jegliche lust, jetzt und auf dieser komischen liege zwischen all dem gruseligen zeug und diesen fremden leuten ein nickerchen zu machen. konnte ich sehr gut verstehen!

dass die ärztin ihn in den arm piekste, um den zugang zu legen, hat er dank betäubungspflaster nicht gemerkt. und nach zehn sekunden war er weg. mitten im weinen, streicheln, trösten, festhalten. seltsam, wenn das eigene kind so ausgeschaltet wird!

oh, mein herz, als er dann so klein und schlaff vom arzt zurück zu mir in den warteraum getragen wurde! kennt ihr das gefühl, wenn ihr eure kinder am liebsten wieder in euch reinstopfen würdet? mütterlicher beschützerinstinkt ist ein mächtig starker!

das aufwachen war fies. blut in mund und nase ist eklig und macht viel würgen und weinen, kurzzeitig unterbrochen von nachnarkotisch erschöpften nickerchen. nachdem ärztin und schwester sichergestellt hatten, dass nichts mehr blutete und alles normal war, durften wir nach hause.

trotz aller aufregung muss ich an dieser stelle für alle, die so etwas vielleicht noch vor sich haben, versichern: es ist wirklich ein simpler eingriff! die kinder erholen sich wirklich schnell! sobald wir die furchteinflößende umgebung verlassen hatten und im auto saßen, war das sprösschen wieder fröhlich und hat sich, als erste amtshandlung, einen ganzen stapel butterkekse reingepfiffen.

und – was ja der sinn an der sache war – er kann wieder hören!

es ist eine unglaubliche entlastung und erleichterung, wenn der allgemeine familiäre geräuschpegel um einiges heruntergefahren werden kann! wenn man in normaler zimmerlautstärke reden kann und gehört wird! paradiesisch!

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