August 2012

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in den ferien, als unsere kinder in alle winde zerstreut waren – die sprosse auf ihre freizeit im norden, die jungs in den süden zur oma (ihr wisst ja: südlich der elbe ist süden, ne?), habe ich diese tafel fabriziert. ich hatte einen alten ikeabilderrahmen, das bild drin nicht mehr mein geschmack, die plexiglasscheibe total zerkratzt, aber der rahmen noch tauglich. nur wofür? für eine schicke, leere-wände-im-flur-füllende tafel.

vorarbeit: brett in passender größe im baumarkt besorgen und mit vorstreichfarbe (weiße lackfarbe in diesem fall) anmalen. nicht vergessen, mit schmirgelpapier das holz wieder glattschmirgeln, denn durch die farbe stellen sich die fasern des holzes auf und die oberfläche wird rauher.

1. den schriftzug auf dem computer in die richtige größe bringen, ausdrucken und auf der rückseite mit einem weichen bleistift großzügig nachziehen.

2. und dann so auf dem brett befestigen, dass er nicht verrutschen kann.

3. mit einem harten, spitzen bleistift die konturen der schrift nachziehen.

4. danach hat man die konturen des schruftzugs gut sichtbar auf dem brett.

5. dann habe ich es mir leicht gemacht und die konturen erst mit einem fineliner nachgezogen, dann (6) mit einem edding und erst dann (7) mit dem pinsel die tafellackfarbe aufgetragen. auf diese weise muss man nicht so furchtbar genau mit dem pinsel in die ecken und kurven der schrift.

dann den rest der tafel mit zwei bis drei schichten tafellack versehen. auf dem foto sieht es so aus, als ob die ränder der schrift, die mit stiften und pinsel gearbeitet sind, einen farbunterschied aufweisen, aber das fällt hinterher nicht mehr auf.

dann habe ich karteikarten eingescannt, mit den gewünschten buchstaben ausgedruckt, ausgeschnitten (alles per hand. jaja! ich besitze keinen kreisstanzer) und aufgefädelt. et voila: die erste girlande.

aus stoffresten, doppelseitigem klebeband und schere ist die zweite girlande entstanden.

jetzt ziert die tafel unsere flurwand, gleich neben der haustür, und ist auch schon vollgeschrieben mit öffnungszeiten der stadtbibliothek, den telefonnummern unserer klassenlehrerinnen, einkaufslisten und anderem krikelkrakel.

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alltagshelden

jeden dienstag sammelt stephie auf ihrem blog roboti liebt die helden des alltags, die kleinen dinge, die uns den alltag verschönern. das sind heute meine alltagshelden:

neues schild für die küche. haben wir von unseren freunden zur einweihungsparty geschenkt bekommen. da habe ich mich sehr gefreut, denn diese schilder habe ich hier schon bewundert (begehrt…).

als ich bei meinem letzten besuch bei meinen eltern ganz harmlos durch den keller stöberte, auf der suche nach wiederverwurstbarem, guckte mich doch auf einmal aus einer verborgenen ecke diese fantaflasche an! unglaublich, die hat wahrscheinlich 20 jahre da gestanden, oder? aus welcher zeit stammt dieses etikett? wundervoll!

ich liebe diese alten obstkisten. wir haben sie relativ günstig auf einem hof im alten land gefunden. selbst auf den flohmärkten hamburgs kosten sie ein schweinegeld. jetzt zieren sie diverse ecken bei uns zuhause – als blumenkasten auf der terasse, als tischchen oder als wandregal in der küche. und ich freu’ mich jedesmal, wenn ich sie sehe.

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saurer sonntag

meine kinder waren heute den ganzen tag sauer auf mich. abwechselnd und gleichzeitig. wenn sie sich wenigstens abgesprochen hätten. komm, eine stunde lang, alle sauer auf mama sein! und dann ist gut. aber nein, sie wechseln sich fein ab, so dass ja keine fröhliche langeweile aufkommt.

normalerweise kann ich saure gesichter und muffelige worte ganz gut ausblenden, aber wenn bei mir eine bestimmte stimmungslage herrscht – eine mischung aus extremer ruhebedürftigkeit, totalem chaos im haus und sehr fordernden kindern  – dann finde ich das unerträglich. dann macht es mich kribbelig, dass ich nicht einmal fünf zusammenhängende minuten am tisch sitzen und essen kann, dass der lärmpegel gerne mal presslufthammerartige zustände annimmt, dass ständig einer unzufrieden mit der gesamtlage ist und seine mutter und ihre entscheidungen schwer missbilligen muss.

grrr!

das sprösschen kann wegen hundert verschiedener sachen am tag sauer sein. seine wut flammt schnell auf, tobt ein weilchen und verlöscht dann wieder. komplett! dafür in regelmäßigen abständen.

der spross hat heute den ganzen (!) tag geschmollt, weil ich ihm verboten habe, im haus seine wasserpistole zu benutzen. kann man verstehen. das schränkt die freiheits-ausdrucks-gestaltungs-selbstverwirklichungs-undwasweißichnochfür-rechte massiv ein! bei so einem verbot lohnt es sich schon mal, den ganzen tag sauer zu sein! so ein verbot ist grund genug, amnesty international einzuschalten.

als die beiden mit ihren sauerkeiten durch waren (weil im bett), haben wir unsere tochter gequält, indem wir sie die küche aufräumen ließen! hat eine viertelstunde gedauert, aber auch das ist anlass für absolute verständnislosigkeit, beschwerden, verzweifelte blicke, angeekeltes naserümpfen, motztiraden und tiefste elternmissbilligung!

tja, so war das heute. ich muss zugeben, ich war auch nicht die netteste mama. hätte ich ein paar mal einfühlsamer reagiert oder für ablenkung gesorgt oder uns alle mal für eine weile rausgescheucht, hätte sich der hauskoller vermutlich schnell wieder verdrückt. es hätte bestimmt methoden gegeben. aber an manchen tagen kann man es keinem recht machen (inklusive mir selbst).

es hat übrigens ausnahmen gegeben. zum beispiel, als wir die musik ganz laut gedreht haben und zusammen wild durchs wohnzimmer getanzt sind. oder als sprösschen eine halbe stunde lang alleine und friedlich oben im kinderzimmer saß, sebstgespräche führend und autos ins parkhaus sortierend. oder als ich kurz was zuende basteln konnte. oder als ich doch noch aufgeräumt habe. oder als die sendung mit der maus lief :-)

die bilder oben zeigen nicht den ernstfall. die sind neulich beim rumblödeln und böse-gesichter-machen üben entstanden. aber so sauer gucken sie auch, wenn sie in echt sauer sind.

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ein langer weiter vormittag liegt vor mir und was mache ich draus? nix. noch nicht mal frühstücksgeschirr weggeräumt. massive unentschlossenheit. keine lust. erstmal kaffee machen und einen löffel nutella aus dem nutellaglas löffeln…

jetzt mache ich etwas, was ziemlich weit unten auf meiner liste steht. warum, weiß ich nicht. pure willkür. und weil’s schön ist. ich verrate euch das rezept der weltbesten, weil einfach und schnellen schwarzwälderkirschtorte. das hab ich von meiner mama und die hat’s aus der landlust.

so, wenigstens ein punkt weniger auf meiner liste – auch wenn es nur ein winziges zwergenpünktchen ist.

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