Neulich nachmittags…

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Darf ich vorstellen? Die Sprosse, wenn sie nachmittags aus der Schule kommt.

Nach acht Stunden Schule und einem relativ weiten Schulweg sieht das Mädchen meistens so aus. Ich nenne es den lethargischen Zusammenbruch. Andere Nach-Hause-komm-Varianten sind Meckern und Jammern oder Zeug und Tasche in die Ecke pfeffern, wortlos zum Kühlschrank marschieren, Essbares entnehmen und ins Zimmer verschwinden. Eine ordentliche Begrüßung gibt es meistens nicht, kein „Hallo Mama!“ und auch kein Lächeln. Gerne werden auch alle oben genannten Varianten zusammengewürfelt. Zum Beispiel jammernd vorm Kühlschrank stehen, weil es nicht das „richtige“ Essen gibt.

Jetzt könnte man sich fragen, ob das Kind a) unerzogen ist oder b) notorisch schlecht gelaunt. Man könnte sich tagtäglich darüber aufregen, dass man nicht ordentlich begrüßt wird oder ständig als Knautschzone für Nörgeleien und Beschwerden herhalten muss… Manchmal tue ich das auch, so isses ja nicht. Aber meistens vergegenwärtige ich mir c) dass das Kind einen langen Tag hinter sich hat. Dass sie über einen langen Zeitraum mit vielen Menschen interagieren und durchgehend Konzentration aufbringen musste. Dass sie vielleicht noch Klausuren und Tests geschrieben hat, dass das Mittagessen in der Mensa scheiße war (tschuldigung, aber nichts ist schlimmer als die kostbare Pause mit irgendeinem Pappfraß zu verbringen, oder?), dass es auf dem Weg nach Hause vielleicht noch geregnet hat und dass ihr Pensum für den Tag noch lange nicht beendet ist, weil in drei Tagen die nächste Klausur oder das nächste Referat anstehen.

Dann wäre ich auch bedient. Welchen Wert hat dann ein gleichgültig rausgequetschtes Hallo, nur weil Muttern vor einem steht und eine ordentlich Begrüßung verlangt? Für mich keinen. Das ist doch irgendwie der Sinn von Zuhause. Dass man nach einem langen Tag, an dem einem Konzentration, Reaktion, sozial kompetentes Verhalten und volle Aufmerksamkeit abverlangt wurden, alles fallen lassen kann. Und ich meine damit nicht nur die Schultasche. Ich weiß, dass mein Kind angemessen höflich und freundlich sein kann. Und ich nehme ihr nicht übel, dass sie nach einem anstrengendem Tag ihren sicheren Hafen anläuft und dort erstmal ihren Mist ablädt. Ich mache mir auch keine Gedanken, wenn sie sich mit ihrem Futter (wenn sie denn das Richtige im Kühlschrank gefunden hat…) direkt vor den Fernseher verzieht, um ihre Lieblingsserie zu gucken. Ich weiß nämlich, dass sie sich nach einer Folge wieder an den Schreibtisch setzt und weiterlernt. Oft bis abends um acht. Willkommen in der zehnten Klasse. G8 und Pubertät ist ’ne super Kombi! (Und ich rede hier nicht von Pubertät im Sinne von schwierig sein. Sondern von der Pubertät als anstrengende Phase seelischer und körperlicher Veränderung. Die kostet Kraft.)

So. Wenn diese erste halbe Stunde des wie auch immer gearteten Zusammenbruchs überstanden ist und die Tochter mal nicht noch irgendetwas lernen oder vorbereiten muss, dann ist sie die angenehmste Gesellschaft, die man haben kann. Manchmal kommt sie übrigens auch ganz normal gelaunt nach Hause :-)

 

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Mit dem Sprösschen habe ich Cookies gebacken. Der Spross war verabredet und dann muss das Sprösschen immer ein bisschen abgelenkt werden, weil es dann ganz alleine auf der Welt ist und niemand mit ihm spielt und alles ganz furchtbar langweilig ist! Drama, Baby! Das Rezept habe ich von einer Freundin bekommen und wollte es schon lange ausprobieren. Die Cookies sind großartig. Es gibt nichts besseres an einem bummeligen Nachmittag als ofenwarme Kekse. Das Rezept gibt einen Grundteig an und dann kann man dazu mixen, was man im Haus hat. Deswegen heißen sie Vorratsschrankkekse. Wir haben den Grundteig zusammengerührt und dann gedrittelt, um drei Varianten ausprobieren zu können und nicht in Cookies zu ertrinken. Das Sprösschen backt und schnippelt sehr gerne und natürlich sitzt er dabei auf der Arbeitsplatte. Let’s face it: Die Kinder genießen hier einfach keine Erziehung. Dafür können sie mit dem scharfen Messer umgehen…

 

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Immer mal wieder wird unter der Treppe eine Höhle gebaut. Die muss dann tagelang da bleiben und ist der erste Zufluchtsort, wenn man mittags aus der Schule kommt (zumindest für die Achtjährigen unter uns). In der ersten Begeisterung werden auch die Mahlzeiten dort eingenommen. Wenn es nicht grade Suppe gibt, habe ich auch nichts dagegen, denn erstens kann ich verstehen, dass das spannend ist und zweitens verschafft es mir ein ruhiges Mittagessen :-)

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Und guckt mal! Da ist die Sprosse wieder aufgetaucht. Fröhlich vor sich hin tänzelnd schnippelt sie sich Abendbrot. Und wenn ein neugieriger Bruder vorbeikommt, kriegt er einen Stöppsel ins Ohr gedrückt und darf mittanzen.

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Natürlich kann ich euch jetzt kekstechnisch nicht auf dem Trockenen sitzen lassen, deshalb gibt es hier noch das Rezept für die …

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Lieblingssalate

Heute nur kurz etwas aus der Kategorie „Wir fotografieren unser Essen“. Das sind meine beiden aktuellen Lieblingssalate. Könnt‘ ich mich reinsetzen. Die Kombi ist deliziös (Tolles Wort! So tantenhaft). Genaue Rezeptangaben habe ich nicht. Es kommt, wie gesagt, auf die Kombi an. Die Mengen mag man zusammenwürfeln, wie es beliebt :-)

Den ersten Salat habe ich mir neulich auf einer Hochzeit abgeguckt. Abgesehen von einem rauschendem Fest und dem schönsten Brautpaar des Sommers, gab es da nämlich ein hervorragendes, italienisch angehauchtes Vorspeisenbuffet. Der andere Salat gehört eigentlich schon lange zu meinem Repertoire, aber irgendwie habe ich ihn die letzten Jahre vergessen. Er stammt ursprünglich aus dem Kochbuch zu einer uralten Kochsendung – ich weiß nicht mehr, wie sie hieß, lief vor ewigen Zeiten auf Vox, Team Tomate kocht gegen Team Paprika… Ich habe die Sendung nie geguckt und weiß auch nicht mehr, wie ich zu diesem Kochbuch gekommen bin, aber der Salat ist spitze!

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Hühnchensandwich mit Apfel-Ingwer-Chutney

Dieses Rezept für Hühnchensandwich aus Tim Mälzers Born to Cook kochen wir schon seit längerem rauf und runter. Es ist das beste Rezept für heiße Sommertage, denn die Vorbereitung geht relativ schnell und es ist so schön locker, fruchtig, frisch :-) Außerdem liebe ich Chutney! Ich kann es euch absolut empfehlen.

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Für das Sandwich toastet man Vollkorntoast, schneidet gebratenes Hähnchenbrustfilet in Scheiben und würzt den Hüttenkäse ordentlich mit Salz und Pfeffer. Alles übereinander schichten und schmecken lassen! Das ist übrigens auch in der vegetarischen Version (also einfach Hühnchen weglassen) sehr lecker.

 

Frozen Yogurt Bar

Am letzten Wochenende der Maiferien hat unsere Sprosse ihren 15. Geburtstag gefeiert (Meine Güte! Die Zahlen kommen mir immer surrealer vor! 15! Irgendwann kommt man da gefühlsmäßig nicht mehr hinterher als Mutter. Besonders, wenn sich die Kinder in diesem Stadium zwischen Kindheit und Erwachsenwerden befinden und sich so verändern. Ich bin jedesmal erstaunt, was für einen großen Menschen ich da in den Arm nehme und mein Kind nenne. Tut mir leid. Manche Themen gehen einfach nicht ohne sentimentalen Einschub. Müsst ihr mit klarkommen). …Geburtstagsfeier. Die Sprosse hatte einen sehr einfachen Wunsch für ihre Geburtstagsfeier, den wir ihr gerne erfüllt haben. Sie wollte ihre beiden besten Freundinnen zum Übernachten einladen und sturmfreie Bude haben. Ganz entspannt mit Filmegucken, Musik hören und lecker Essen für die ganze Nacht bitte schön. Wenn’s mehr nicht ist :-)

Also habe ich die Verfrachtung der kleinen Brüder zur außerhäusigen Übernachtung bei Freunden geplant, den Mann und mich mit Nachbarn zum Kinogucken (der neue Star Trek) und Weintrinken verabredet (was tut man nicht alles für die Kinder!) und habe Tonnen von Futter gekauft (alles streng nach Maßgabe der Tochter).

Die Sprosse ist großer Fan von Frozen Yogurt. Bei jeder Gelegenheit müssen wir an diesen Frozen Yogurt Bars haltmachen und einen mitnehmen. Seid ihr vertraut mit diesem Trend? Ähnlich wie im Café kann man seinen Frozen Yogurt in Short, Tall oder Grande mit drei oder fünf Toppings oder als Shake bestellen (oder geschichtet oder mit buntem Strohhalm oder einmal im Kreis gewirbelt oder was auch immer…) Im Klartext ist das ein Häufchen Yogurteis mit ein paar Bröseln kleingehackter Kinderschokolade, vier Smarties und drei Erdbeeren und das Ganze kostet dann vier Euro fuffzig. Mag sein, dass da eine geizige Ader durchkommt, aber mir vergeht da irgendwie der Spaß. Aber die Sprosse liebt es.

Natürlich haben wir für ihren Abend eine Frozen Yogurt Bar aufgebaut :-)

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Das Prinzip ist mehr als simpel. Man stellt mehrere Toppings (wie ist das deutsche Wort?) zusammen, richtet alles hübsch her und kauft Yogurteis. Das allerdings entpuppte sich als schwieriges Unterfangen. Einfaches Yogurteis gab es in keinem der Läden, die ich abgeklappert habe. Leute, die eine Eismaschine besitzen, sind da definitiv aus dem Schneider. Alle anderen müssen entweder mühsam selbst herstellen oder einfach Vanilleeis kaufen (meine Wahl). Sollte das der Tochter den ganzen Abend versauen, nicht beachten, das geht vorbei und der Abend wird trotzdem gut :-)

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Ein Highlight für jedes Geburtstagsbuffet, bei dem Kinder oder Heranwachsende anwesend sind! Lässt sich leicht herrichten, ist beliebig erweiterbar (Browniebrösel, mehr Früchte, Ahornsirup, Kakao, rote Grütze…) und macht sich hübsch auf Fotos :-)