Hamburger Herbstszenen {Die alljährliche Apfelsause}

Inzwischen ist es ja Tradition in unserer Familie (so wie in wahrscheinlich vielen Hamburger Familien) zur jährlichen Apfelernte ins Alte Land zu fahren. Mal schauen, wie lange noch. Den Spross umgibt manchmal schon der erste Hauch Teenie-Abgeklärtheit, dieses Zwischenstadion, wo der Zauber und Glanz glorreicher Kindheitsdinge irgendwie dahinschwindet. Ich weiß noch, wie unglücklich die Sprosse war, als sie eines schönen Dezembertages nicht so recht in Weihnachtsstimmung kam und nicht sagen konnte wieso… Wie gesagt, noch sind es erste Vorboten. Noch ist der Spross dabei. Auch wenn er den anschließenden Deichspaziergang mit eher finsterer Mine erduldet hat :-)

Wir müssen nicht weit ins Alte Land hineinfahren zu „unserem“ Apfelhof. Man plumpst direkt nach dem Elbtunnel von der Autobahn, schlängelt sich an Airbus vorbei und landet in Finkenwerder und Cranz. Deswegen haben wir uns dieses Jahr entschlossen, unseren Ausflug nicht mit dem Auto, sondern mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu machen. Und öffentliche Verkehrsmittel heißt in Hamburg Bahn, Bus und Schiff. Dann kann man zwar nicht ganz so viele Äpfel pflücken (weil der Mann im großen Wanderrucksack die Ernte nach Hause schleppen muss), hat dafür aber die volle Ladung Hamburg. Und eins muss man mal sagen: Hamburg kann einfach. Großstadtflair und Hafenkulisse, Containerschiffe und Kräne, endlose, grüne Apfelwiesen, Deichidylle mit Schafen und schnuckelige Höfe. Dazu kam das Wetter, das dieses Wochenende auch alle Farben geboten hat. Ich liebe diese Kombi aus Nebelgrau, Sonnengrün und Herbstlauborange. Man könnte meinen, die Fotos wären an unterschiedlichen Tagen entstanden…

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Wir sind mit der S-Bahn zu den Landungsbrücken gefahren. Von dort aus kann man mit der Fähre – die Linie 62, die zum normalen HVV gehört und damit im Ticket drin ist – die Elbe entlang bis zum Fischmarkt oder zum Museumshafen Övelgönne fahren und bis Finkenwerder übersetzen. Hier sind wir im trübsten Herbstgrau losgefahren. Am Finkenwerder Fähranleger sind wir in den Bus gestiegen und kurz nach Finkenwerder kam die Sonne raus. Ein bisschen Fußweg…

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Schön sauer, die ersten Äpfel.

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Ein großer Teil des Spaßes ist, dass die meisten Apfelbäume die besten Kletterbäume abgeben. Wie toll ist es, wenn man bis in Spitze klettern kann, auf der Jagd nach dem perfekten Apfel. Unten standen die Großen und haben die gepflückten Äpfel entgegengenommen. Anjas großartige Häkel-Bommel-Tasche musste ich auch fotografieren :-)

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Naturschönheiten…

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Schläfchen in der Schubkarre? Er tut nur so als ob :-) Hier hat der Spross noch Spässchen gemacht. Beim anschließenden Spaziergang sank seine Laune, wie gesagt. Dabei war es so wunderschön auf dem Deich. Schaut man zur einen Seite, sieht man Höfe, Giebel, Fachwerk, buntes Herbstlaub…

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…schaut man zur anderen Seite, sieht man Hafenindustrie. Durch die Kräne kann man grade eben die Elbe und das gegenüberliegende Elbufer und Blankenese erkennen.

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An einem der Bauernhäuser :-)

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In ein etwas bunteres Hamburg und letzten Tageslichtglanz sind wir wieder zurückkehrt auf unsere Seite der Elbe.

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Apfelernte 2015, Apfelernte 2014Apfelernte 2013, Apfelernte 2012.

Bilder vom (halben) Wochenende

In den letzten Tagen bin ich öfter etwas verwirrt aufgewacht. Weil wir die ganze Woche wechselnden Besuch und rotierende Schlafplätze durchlaufen haben, muss ich jetzt morgens immer sortieren, wo ich bin und wer eigentlich alles im Haus ist. Heutiger Statusbericht: Anwesende Personen – 2 Erwachsene/2Kinder. Check. Schlafort – alle wieder in ihren eigenen Betten. Check. Richtung zum Badezimmer – links um die Ecke. Check. Also alles wieder zurück auf normal, bis auf die außerhäusig schlafende Tochter. Gestern ist die liebste Ulm-Freundin mit Mann und Kindern wieder abgefahren. Vorgestern meine liebste (einzige) Schwester und Freund. Anfang der Woche Schwiegereltern und meine Eltern. Heute ist der erste Tag, an dem wir völlig alleine sind mit uns. Was sollen wir bloß tun???

Na gut. Uns fällt schon was ein.

Erstmal schlafen wir lange. Irgendwann kommt das Sprösschen und schiebt eiskalte Füße unter meine Bettdecke. Argh! Kurze Zeit später taucht der Spross auf. Er stimmt einen „Ich habe Hunger, Hunger, Hunger, habe Hunger, Hunger, Hunger“-Gesang an. Hach, stehen wir halt auf. Während der Mann noch unter der Dusche steht, komme ich runter, um den Frühstückstisch zu decken. Ich schaue nach draußen und und stelle fast: Das Wetter ist wundervoll! Man sollte keine Minute drinnen verschwenden. Ich beschließe, dass wir unser Frühstück einpacken und unverzüglich zur Elbe aufbrechen.

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Zwei Stunden später fahren wir los. Mister Rotbart hatte Hunger und keine Lust zu warten. Naja, immerhin haben wir im Garten gefrühstückt. Der Spross muss noch Mathehausaufgaben machen. Oh, jetzt ist es ja schon halb zwölf/dreißig nach ölf. Dann können wir ja auch noch die Sendung mit der Maus gucken. Da kommt eine Folge mit dem Tier. Ich liebe das Tier! Wir packen schnell zusammen, was man so braucht – Schaufeln, Picknickdecke, Trinkflaschen, Snacks, Sonnenmilch, Kamera, Sonnenbrillen – geben kurz der Sprosse Bescheid, wo wir sind und fahren dann wirklich los.

Oh, warte mal kurz, ich muss noch mal aufs Klo. Ach mensch, wir haben ja noch gar nicht Zähne geputzt… So. Jetzt fahren wir los.

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Ich liebe die Elbe und die Elbstrände! Sofortiges, absolutes Urlaubsfeeling. Wir spazieren von Wittenbergen Richtung Blankenese, solange wir Lust haben und genießen alles. Der Wind pustet uns ordentlich durch. Nach unserer Strandwanderung buddeln sich die Jungs nochmal eine halbe Stunde lang die Seele aus dem Leib (bin gespannt, wann diese Faszination nachlässt) und wir fahren am Spätnachmittag müde und fußschlapp nach Hause.

Der Tag geht gemächlich zu Ende. Nach einem kurzen Nickerchen auf dem Sofa, ist es schon Zeit, um die Jungs in die Badewannde zu scheuchen und Abendbrot zu machen. Die Sprosse fährt morgen auf Kursfahrt nach Prag und wir sammeln schon mal Proviant für die laaange Zugfahrt zusammen (das Shampoo wird natürlich nicht verzehrt, haha!). Ich bin ein bisschen neidisch. Ich würde auch gerne morgen nach Prag fahren. Einfach in den Zug setzen und morgen abend wäre ich ganz woanders. Seufz! Zum Abendbrot nehme ich die neuen Gläser in Betrieb, die ich gestern beim Freundinnenbummel durch die Schanze erstanden habe. Sind die nicht super?

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Jetzt muss ich noch ein bisschen aufräumen. Irgendwie hat sich heute wieder das Geschirr verselbständigt. Das macht es öfter. Frechheit! Morgen herrscht hier wieder Alltag. Mal gucken, ob ich den noch kann…

Ich wünsche euch einen famosen Wochenstart!

Mehr Wochenende auf Susannes Blog Geborgen Wachsen.

Mit dem Fahrrad an der Elbe entlang

Der letzte Schultag ist irgendwie immer schräg. Wochenlang warten wir auf diesen Tag und freuen uns auf Freiheit, Terminlosigkeit und Ausschlafen. Ich fast mehr als die Kinder. Und ja, ich freue mich auf die Zeit. Es ist nicht mehr wie früher, als ich die Kindergartenschließzeiten immer ein bisschen gefürchtet habe. Man kann sich schließlich sehr auf die Nerven gehen, wenn man den ganzen Tag aufeinander hockt. Und die Tage mit unbeschäftigten Kleinkindern ziehen sich manchmal bis in alle Ewigkeit. Diese Tage waren irgendwie auf einmal vorbei. Inzwischen können wir zu Hause sein und jeder tüddelt vor sich hin oder wir machen Dinge, die alle cool finden. Nichts gegen zweistündiges Türmchen bauen und wieder umschmeißen – auch das habe ich genossen – aber Fahrradtouren zur Elbe mit eigenständig radelnden Kindern sind halt eine ganz andere Liga :-)

Jedenfalls brechen hier am letzten Schultag immer alle zusammen. Dass sich die Sprosse erstmal ind Bett legt und ratzt, habe ich ja schon öfter erwähnt. Aber auch die Jungs stehen neben sich. Grantig und schlapp sind sie. Ist nicht so, dass wir frohlockend durch die Sonne hüpfen :-) Aber das ist okay. Das kommt dann. Wenn Körper und Hirn auf Entspannung umschalten.

In Hamburg laufen die Sommerferien schon seit einer Woche. Die ersten Tage hatte Mister Rotbart frei und war für die Kinderbetreuung „zuständig“. Heute sind die Jungs schon (in Papa-Begleitung) auf dem Weg zu Oma und Opa. Das ist eine Win-Win-Situation für alle. Die Großeltern genießen die Enkel, die KInder genießen Vollbespaßung, Mister Rotbart und ich müssen zwar arbeiten, aber genießen die kinderfreie Zeit. Ich bin froh, dass das so möglich ist. Die Sprosse hat eigene Pläne. Für sie sind es die letzten Sommerferien. Schockschwerenot! Nächstes Frühjahr macht sie Abi und bevor das letzte Jahr startet, will sie einfach nur den Sommer genießen: ausruhen, mit ihren Freunden grillen und ein Festival besuchen. In der zweiten Hälfte der Ferien haben der Mann und ich dann Urlaub, holen die Kinder ab und wir nisten uns mit den Familienfreunden in einem hübschen österreichischen Ferienhaus ein.

Hach, Sommerferien sind ne super Sache!

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Eine unserer ersten Ferien-Aktionen hier in Hamburg war eine Radtour mit Freunden an der Elbe entlang. In Hamburg gibt es die klassischen Elbabschnitte, an denen im Sommer jeder zweite Tourist und jeder dritte Hamburger abhängt. Der hübsche Museumshafen Övelgönne mit seinen stylischen Strandcafés, Blankenese, Wittenbergen… Da sind wir auch sehr oft. Aber wenn man in die andere Richtung fährt, findet man ein paar versteckte, nicht ganz so hippe Ecken, die auch sehr lohnen. Wir sind mit der S-Bahn (und vier Fahrrädern – das ist der nervige Teil) bis Rothenburgsort gefahren und von dort Richtung Südosten. Ein tolle Strecke. Gut machbar für die Kinder und ultimativ idyllisch. Von Hafenindustrieromantik über weite Felder bis Elbstrand-Meeresfeeling ist alles dabei.

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Wir haben einen Kollegen von Mister Rotbart in seiner Sommerhütte besucht. Am liebsten würde ich mir eins dieser lustigen Stelzenhäuschen an der Elbe kaufen. Kinners, Bullerbü ist nix dagegen. So schön! Da das Gelände hinterm Deich liegt, steht das Ganze im Winter auch schon mal unter Wasser. Die Elbe kann ordentlich Hochwasser haben. Deswegen sind alle Häuschen so hochgebaut. So hübsch da!

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Auf dem Rückweg musste Papa dann schieben. Zum Glück waren wir zu Hause mit den Nachbarn verabredet und ein gedeckter Tisch und Grillgeruch erwarteten uns schon. Habe ich schon erwähnt, dass Sommerferien ne super Sache sind?

Bummel durch die Hafencity

Also, neben vielen anderen Sehenswürdigkeiten, sollte man sich in Hamburg ab und zu die Hafencity anschauen. Habt ihr sicher schon gehört, oder? :-)

Eine meiner Kolleginnen hatte für unser Team eine Tour durch die Hafencity organisiert und letzten Samstag haben wir uns dann im Infocenter am Sandtorkai versammelt und durften eine sehr interssante Führung unter sehr fachkundiger Leitung genießen. Dazu ordentlich Sonne und fertig ist der perfekte Samstagnachmittag. Danach gab es noch Kaffee und Kuchen im Café – und die Cafés in der Hafencity liegen natürlich fast alle schön idyllisch am Wasser. Ich bin immer wieder dankbar und froh für so ein entspanntes und nettes Team. Ich bin nämlich ein ziemliches Weichei. Wenn mir jemand auf Dauer unharmonisch kommt, finde ich das nicht schön :-)

Weiterer „Fun Fact“ des Tages: Mit meiner Kollegin Anja, die auch Bloggerin ist, fotografierend den Nachhauseweg entlang bummeln. Meistens bin ich ja die einzige, die links und rechts alles fotografiert. Wenn ich mit Freunden unterwegs bin, halte ich mich sogar immer etwas zurück, damit sie mich nicht für bescheuert erklären. Mit jemandem unterwegs zu sein, der nicht nur Verständnis fürs Bilder machen hat, sondern auch noch mitmacht, ist super. Das habe ich bisher völlig unterschätzt. Das sollte man viel öfter machen. Einfach mit der Kamera durch die Gegend ziehen und gucken, was einem vor die Linse kommt, einzig für den Zweck, schöne Bilder zu finden. Sich Zeit nehmen, nochmal umdrehen für irgendeine Kleinigkeit, fünfmal dasselbe Motiv fotografieren, bis man zufrieden ist. Ein Träumchen! Will ich öfter machen!

So. In diesem Sinne. Hamburg bei Sonnenschein. Ich erzähl jetzt mal nix zu den Bildern. Ich muss nämlich zugeben, dass ich solche Vorträge und Führungen zwar sehr interessant finde, aber hinterher trotzdem nur einen Bruchteil behalte. Spätfolge einer stillvernebelten, multitaskingüberforderten Gehirnüberanstrengung… sach ich jetzt mal. Wenn ihr also mehr über die Hafencity erfahren wollt, informiert euch woanders. Dafür bin ich nicht zuständig. Ich hab nur die schönen Bilder :-)

 

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Ab hier dann auf dem Weg zur S-Bahn durch die Innenstadt. Mit allerfeinstem Abendlicht.

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So, und wer kommt jetzt mit auf die nächste Fototour? Vielleicht alle, die sich neulich bei mir in die Kloschlange eingereiht haben (ich habe mich so köstlich über eure Kommentare amüsiert!)? Dann würden wir nicht nur unser Klo besichtigen, sondern auch ein paar schöne Stellen in Hamburg. Dann lohnt sich das auch :-)