Schnelle Herbstbastelei

Na gut… es wird Herbst. Ich gebe es zu. Aber ungern! Gegen den Herbst habe ich ja eigentlich nichts (der Gute kann ja schließlich nix für seinen Zustand), aber er muss es halt immer erst mit meiner Sommerwehmut aufnehmen. Das dauert ein Weilchen. Und irgendwann fange ich dann an, mich mit ihm anzufreunden. Besonders, wenn er so schön daherkommt wie dieses Jahr. Irgendwann hat er mich, der Herbst. Mit seinen Schätzen – den blankpolierten Kastanien, den Kürbissen, dem bunten Laub, den kuscheligen Sofaecken, dampfendem Tee, Kerzen… und dieses Jahr neu auf der Hitliste: Physalis.

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Neulich waren meine Schwester und ihr Freund zu Besuch und haben uns einen kleinen Physalis-Busch für den Garten geschenkt. Da dachte ich schon „Oh, wie überraschend hübsch!“ Natürlich kannte ich Physalis. Aber er war bisher einfach noch nicht auf meinem Schöne-Dinge-im-Herbst-Radar aufgetaucht. Vor ein paar Tagen kam meine Kollegin morgens ins Büro und hielt ebenfalls einen Strauß Physaliszweige in der Hand. Sie hat auch einen Busch im Garten. „Das habe ich euch mitgebracht. Weißt du, dass man damit ganz schöne Lichterketten basteln kann?“ Nein! Das wusste ich nicht! Vielleicht ist das für euch, meine geschätzen und weisen Blogleser, ein uralter Hut, aber ich war ganz geflasht von der Idee! Nachmittags habe ich mir die Jungs geschnappt, meinen Mini-Busch geplündert und mit den Zweigen meiner Kollegin hatten wir genug Lampions, um eine Lichterkette zu bestücken.

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Die ganze Sache ist kinderleicht. Man nehme 10-20 größere Lampions, eine kleine, spitze Schere und eine Lichterkette. Direkt um den Stiel schneidet man einen kleinen Kreis, zieht Stiel und Beere (manchmal sitzen ganz kleine dran) aus dem Lampion und steckt ihn auf die Lichterkette. Das macht ein ganz wunderbar kuscheliges Licht!

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Wenn ich hier von „schneller Herbstbastelei“ rede, meine ich übrigens nicht nur die Lichterkette, die ruckzuck fertig ist. Das Basteln mit den Jungs geht auch immer sehr schnell – nämlich vorbei. Der Spross war nach einem Lampion wieder weg – Fußball spielen. Das Sprösschen hatte etwas mehr Ausdauer, aber die meisten Lampions habe ich ausgeschnitten. Ihr müsst euch also nicht vorstellen, dass wir hier stundenlang gemütlich bei Kerzenschein zusammen sitzen :-) Hübsch fanden sie es aber hinterher alle: „Mama, mach nochmal die Lichterkette an, das ist so schön!“

Eine unverhoffte Eule und der Rührungstod

Meine Güte! Neulich abends wäre ich vor Rührung beinahe gestorben. Dass ich heute noch hier sein kann, um mit euch zu plaudern, grenzt an ein Wunder. Ich bin nur knapp dem Rührungstod entronnen. Ich bin ja oft und schnell mal gerührt. Wenn je der Job des International Anerkannten Gerührten erfunden wird, kann ich mich mit vielen Berufsjahren Erfahrung bewerben. Aber gestern hätte er mir fast den Garaus gemacht. Der Rührungstod ist kein angenehmer. Man schmilzt zu einer hilflosen Pfütze dahin. Wer ist meistens verantwortlich? Natürlich die Kinder.

Neulich abends hat das Sprösschen mich in eine hilflos gerührte Pfütze verwandelt. Das Sprösschen kann ein penetranter Klotz sein, und doch ist seine sentimentale und kuschelige Seite sehr ausgeprägt. Abends lief auf KiKa irgendetwas, in dem eine kurze Abschiedsszene vorkam. Ich glaube, das war der Auslöser. Danach war es Zeit, die Kinder ins Bett zu scheuchen und ich schnappte mir das Sprösschen zum Zähneputzen, Waschen etc. Er trottete brav ins Badezimmer und ich ins Kinderzimmer, um Bettdecken aufzuschütteln. Da stand er plötzlich hinter mir, brachte grade noch den Satz heraus „Mama, ich hab dich so lieb, dass ich weinen muss, so glücklich bin ich“, drückte sein Gesicht in meinen Bauch und brach in Tränen aus…

Oh my!

Der außenstehende Beobachter/Leser mag jetzt denken „So what?“ Aber ich kann euch versichern, für eine Mutter bedeutet diese Situation den unausweichlichen Rührungstod.

Anyway. Kommen wir zu Sprösschens Bastelei. Neulich nachmittags trug es sich zu, dass ich irgendetwas aus unserem Bastelschrank holen musste. Der Bastelschrank ist eigentlich eher meiner und es ist den Kindern nur selten gestattet, sich am Bastelmaterial zu bedienen. Weil „Perlen vor die Säue“ und „wie die Axt im Walde“ und so, ne? Deswegen dürfen die Jungs nicht an den Bastelschrank, sind aber meistens sofort zur Stelle, wenn ich den begehrten Schrein öffne.

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Das Sprösschen zog sich zielstrebig einen Stickrahmen, Stoff und ein paar meiner gehäkelten Granny Squares aus dem Haufen und verkündete, dass er eine Eule basteln wolle. Der Spross schnappte sich Wolle und Häkelnadel und tat kund, dass er häkeln wolle. Die lieben Kinderlein! Wer bin ich, dass ich mich einem dringendem Bastelbedürfnis in den Weg stellen würde? Ich entwendete dem Sprösschen den Stickrahmen und die Granny Squares und drückte ihm den Filzstapel und einen dieser Korkuntersetzer von Ikea in die Hand. Besseres Ausgangsmaterial. Und dann bespannten, tackerten, schnippelten und klebten wir eine 1A-Eule nach Sprösschens Vorstellungen. Möchte mal wissen, wann er sich das so detailliert ausgedacht hat…

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Währenddessen versuchte sich der Spross im Häkeln… Ich könnte mich schlapp lachen über seinen Gesichtsausdruck :-) Vielleicht könnt ihr euch erinnern, wie ich anfänglich versucht habe, ihm das Häkeln beizubringen. Das Kind ist nämlich Linkshänder und ich bin Rechtshänder. Inzwischen haben wir das irgendwie hingekriegt und seitdem probiert er es immer mal wieder. Er hat an diesem Nachmittag drei bunte Luftmaschenketten gehäkelt und war sehr stolz auf sich. Und das Sprösschen auf seine Eule. Zurecht!

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Unser kleines Hausgespenst

Bald ist Halloween, Kinners! Ich steh ja nicht so auf den ganzen Gruselquatsch. Aber Kürbisse finde ich toll und wir werden dieses Jahr bestimmt wieder welche schnitzen (oder anmalen…). Dekotechnisch ist das aber auch schon alles, was mir ins Haus kommt. Die einzige Ausnahme ist unser kleines Hausgespenst. Das haben wir schon letztes Jahr zu Halloween gebastelt, aber ich habe es nicht mehr geschafft, es passend zu Halloween zu posten. Die folgenden Fotos lagern also schon ein ganzes Jahr auf meinem Rechner. Und da ich ganz groß im Wegräumen bin, hing das kleine Hausgespenst das ganze Jahr an seinem Platz und hat mich mit seinen großen Glupschaugen immer wieder daran erinnert, es rechtzeitig zu Halloween zu posten. Voilà.

 

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Statt doppelseitigem Klebeband tut es auch Flüssigkleber. Und ihr benötigt eine Schere, um das Gespenst auszuschneiden. Die habe ich auf dem Foto vergessen. Warum ich allerdings den Tischtennisschläger dazu gelegt habe, weiß ich bei bestem Willen nicht mehr…

Ihr malt also einen Umriss auf das Tonpapier und zeichnet ein lustiges (oder gruseliges) Gesicht auf – also nur die Augenbrauen, Nase, Mund etc, denn die Augen kommen ja erst noch. Da wo ihr die Augen haben möchtet, schneidet ihr ein kleines Loch in den Karton. Nur so groß, dass die „Flamme“ des Teelichts hindurch passt. Auf das Teelicht klebt ihr das doppelseitige Klebeband (oder Kleber). Flamme durch das Loch schieben und andrücken.

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Dann malt ihr Pupillen auf die Tischtennisbälle, schneidet hinten kreisrunde Löcher hinein und steckt sie auf die Flamme. Bei mir haben die Bälle so gehalten, ansonsten hilft wieder ein Tropfen Kleber. Und schon blinken euch zwei Glupschäuglein entgegen. Ein besonders schöner Effekt ist, dass die LED-Flamme flackert, um echt zu wirken. Das lässt natürlich auch die Augen flackern :-)

 

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Ist das nicht allerliebst? So könnte man mit relativ wenig Aufwand eine ganze Gespensterparade mit Leuchteglupschaugen fabrizieren. Mit unterschiedlichen Grimassen und Formen. Oder Kreppbandstreifen als Flatterkleid… Oder man zeichnet Frankenstein. Oder Kürbisse aus orangem Tonpapier – die halten dann auch länger. Da ich leider nur zwei Tischtennisbälle über hatte, gibt es bei uns nur das kleine Hausgespenst. Aber weil ich so viel Spaß daran hatte, habe ich noch ein paar Ideen gezeichnet. Vielleicht habt ihr ja Lust, sie umzusetzen.

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Schattiger Alltagsheld

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Am Sonntag sind wir total versackt. Morgens schien die Sonne so schön und wir waren wild entschlossen, einen langen Spaziergang zu machen. Gleich nach der Sendung mit der Maus, gleich nach Regal aufbauen und wieder einräumen, gleich nach dem Mittagessen, gleich nachdem ich noch ein bisschen die Küche aufgeräumt habe, gleich nach einem kleinen Nickerchen auf dem Sofa, gleich nach dem Kaffee zum wieder aufwachen… You get the point, right?

Auf einmal war es sechs Uhr und wir immer noch drinnen und die Sonntagslangeweile hockte uns im Gemüt. Also haben wir die Jungs mit Taschenlampen ausgestattet (so was zieht immer) und sind einmal um den See marschiert. Beim anschließenden Abendessen lag Sprossens Taschenlampe auf dem Tisch und leuchtete den Vorhang an. Die Sprosse machte Fingerspiele und ich habe spontan ein paar Märchenfiguren ausgeschnitten. Eigentlich wollte ich nur den Wolf machen, aber nachdem der fertig war, wurden prompt mehrere Bestellungen abgegeben. Also habe ich geschnippelt und die Kinder haben gespielt. Tischmanieren gab es keine, dafür Theater beim Essen.

Wo bleibt jetzt der Held, werdet ihr vielleicht fragen… Der Held an der Sache ist der spontane gute Einfall. Manchmal nimmt man sich das ganz große Basteln mit den Kindern vor, tolle Aktionen, famos geplantes Tagesprogramm, denkt sich weiß der Kuckuck was aus und trotzdem ist alles irgendwie ein anstrengend und lustlos. Und manchmal ergeben sich spontan Dinge, die gar keine Mühe machen, an denen alle Spaß haben und die einfach nett sind. Und die muss man genießen und ausnutzen auf Wolf komm raus! Viele Tiervergleiche hier. Muss an der Märchen-Atmo liegen :-)

 

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Nur zur Info: Das Sprösschen war schon vorher als Wikinger verkleidet.

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Die Alltagshelden sammelt jeden Dienstag Ninotschka auf ihrem Blog Konfettiregen.