Da war ja noch was…

In Hamburg hat die Schule wieder angefangen und meine drei Wochen Urlaub gehen ebenfalls zu Ende. Die Sommerferien liegen hinter uns und der Sommer, der alte Faulenzer, hat sich gleich mit verabschiedet. Die Alltagsmaschinerie läuft wieder an und spätestens Ende der Woche wird sie wieder volle Fahrt aufgenommen haben. Wir kennen das. Das geht schneller als man denkt. Aber noch hallen die letzten Sommerferienfreiheitsgefühle durch die Tage und bei jedem kleinen Schritt zurück in die Routine und die andere Jahreszeit scheine ich von ganz weit her zu kommen. Wir haben abgeschaltet. Diese Sommerferien waren nichts besonderes, keine weiten Reisen, keine fremden Länder, aber wir waren ganz weit weg. Und immer, wenn mir der Alltag über den Weg läuft (und die Begegnungen häufen sich rasant), denke ich „Ach ja, stimmt. Da war ja noch was…“

Da war ja… früh aufstehen. Wäääh! Hatte ich erfolgreich verdrängt. Wir haben uns alle an einen späteren Rhythmus gewöhnt. 6.15 Uhr ist ein Begriff aus einer anderen Welt. So früh kann man einfach nicht aufstehen. Und selbst wenn ich es schaffen sollte, heißt das noch lange nicht, dass ich auch noch in der Lage bin, drei Kinder auf den Weg zu bringen. Viel zu anstrengend!

Da war ja noch… die allgegenwärtige Müdigkeit. Der berüchtigte Mittagscrash, der mich immer kurz lahm legt. Der Mittagscrash ist anstrengend. Hatte ich ganz vergessen. Zu früh aufstehen, zu spät ins Bett gehen und dazwischen Schule, Arbeit, Termine. Zackzack!

Da war ja… die Organisation, die man braucht, um die Alltagsmaschinerie reibungslos am Laufen zu halten. Termine und Alltagsabläufe von fünf Leuten. Hello Multitasking. Mein armes, vergessliches Hirn. Auch wenn ich mir einbilde, dass ich mich ziemlich gut schlage, sind die Aussetzer doch recht häufig. Ich bin die Mutter, deren Kinder mit vollbepacktem Ranzen in die Schule kommen, wenn Ausflugstag ist und nur ein Rucksack mit Verpflegung mitgebracht werden sollte. Ich bin die Mutter, die das Sommerfest der Grundschulde vergisst und deren Kinder nichts für das Buffett mithaben. Ich bin die Mutter, die zum Arzttermin kommt und weder die benötigte Überweisung, noch die Krankenkassenkarten bei sich hat und, auf Nachfrage der Arzthelferin nach dem letzten Diagnosebericht, die Kitabewilligung auspackt (und ich war so sicher, dass ich den richtigen Zettel erwischt hatte). Ich bin die Mutter, die bis zum Schluss des Schuljahres nicht weiß, wie der Chemielehrer der Tochter heißt und wann sie welche Klausuren schreibt. So sieht’s aus. And I could go on.

Da war ja noch… die üble Knappheit an Zeit. Nix kriegt man gebacken. Über Wochen. Na gut, in den Sommerferien habe ich auch nix gebacken gekriegt vor lauter in-den-Tag-leben.

Und dann waren da ja noch… Unterhemden! Das mag sich seltsam anhören, aber es scheint Ewigkeiten her zu sein, dass die Kinder Unterhemden anziehen mussten. Oder nicht nur in Unterhosen, Badehosen und kurzen Hosen herumgelaufen sind. Die Wäsche reduziert sich so praktisch, wenn das Wetter warm ist und man nirgendwo hin muss. Und jetzt müssen alle wieder ordentlich angezogen sein. Saubere Klamotten verwandeln sich hier im Sekundentakt in dreckige Klamotten. Und auch wenn man den Kindern ansieht, dass sie offensichtlich auf Knien durch den Schulhofschlamm gerobbt sind, haben sie natürlich überhaupt keine Schuld daran…

Ihr seht, ich muss ein bisschen jammern. Die letzten Wochen waren so herrlich frei. All meine „Da-war-ja-noch“s sind nicht wirklich schlimm. Es fällt mir nur auf, dass es für eine kurze Zeit völlig anders war. Aber, komm her, Alltag, du altes Haus! Lass dich umarmen! Wir machen’s uns fein. Denn wie immer im Leben stehen ja auch allerlei schöne „Da-war-ja-noch“s vor der Tür. Ich empfehle dringend, Neles Aufzählung zu lesen, obwohl dort eindeutig die Erwähnung von Kürbissuppe fehlt :-)

 

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Das Sprösschen hat im Kindergarten Kartoffeln gepflanzt. Letzte Woche konnten wir schon ernten. Und siehe da, in einem alten Windeleimer wachsen genug Kartoffeln für eine Familienmahlzeit. War das Sprösschen stolz! Und waren die Kartoffeln lecker!

 

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Wenn nix mehr geht, schleppe man alle zur Verfügung stehenden Kissen und Decken aufs Sofa und baue Buden, Höhlen oder Sprungtürme.

 

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Unser Nachbar hat einen Pfirsichbaum im Garten und hat reichlich davon verschenkt. Es geht doch nichts über selbstgemachte Marmelade. Die Marmeladenkocherei war die letzte Ferienaktion mit dem Sprösschen. Der hat nämlich noch ein paar Tage länger frei. Übermorgen startet für ihn die Vorschule. Und die Sprosse ist jetzt eine Oberstufenschülerin. Verrückt! Die ersten Stundenpläne stehen, neues Schulmaterial ist angeschafft (und das nicht nicht zu knapp). Kann losgehen.

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9 Kommentare für “Da war ja noch was…”

  1. Nele

    Kürbissuppe mag ich nun mal nicht… ;-)

    Ansonsten: Ich dachte, Eltern atmen erleichtert auf, wenn die Ferien zu Ende sind. ;-) Ich kann aber alle deine „Da war ja noch“s nachvollziehe. Vor allem das mit dem frühen Aufstehen. Widerlich! Ich bin sooo dankbar für meine Gleitzeit (und finde schon ein je-nach-Tagesform-zeitiges Aufstehen zwischen 7 und 8 eklig früh)!

    Liebe Grüße
    Nele

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  2. Jutta

    Siehste, bei uns ist das mit dem Sofa immer genau andersrum. Ich drapiere immer zig Kissen drauf (die dazugehörigen und dann noch die unendlich vielen Dekorativen;-)) und nach kürzester Zeit ist das Sofa „kahl“ und inmitten des Wohnzimmers türmt sich ein Kissen-Deckenturm.
    Ich kann dich so gut verstehen. Ich hatte ja schon ein wenig Bammel vor den 3 Wochen pure Kinderzeit (3 Wochen hat der Kiga und der Hort frei) und nun genieße ich es so dermaßen. Wir leben einfach so in den Tag hinein und ja, ich habe schon große Angst vor dem zeitigen Aufstehen, wenn der Alltag uns wieder hat (wir hier in Bayern haben ja noch ein bißchen). Unser Rhythmus ist natürlich ein ganz anderer. Keine Termine. Nix. Herrlich. Und sehr habe ich mich über den Absatz mit dem „vergesslichen Hirn“ gefreut. Geht mir genauso und dabei habe ich mich immer für halbwegs organisiert gehalten. Aber es wird einfach zu viel (und du hast ja noch ein Kind mehr! – gerade habe ich entdeckt, dass wir heute die U10 gehabt hätten…). So, bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich eure Schildchen sehr schön finde und dir (trotzdem) eine schöne Woche wünsche.
    Liebe Grüße
    Jutta

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    • steffi

      Hach, gut dass es anderen auch so geht!
      Und das mit den Kissen ist bei uns auch so. Ich drapiere liebevoll – natürlich so, dass es nicht gewollt drapiert aussieht – und die Jungs drapieren um. Und „ergänzen“ Haha! :-)

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  3. Eva

    Da war ja noch etwas. Jepp. Auch hier kehrt der Alltag wieder ein. Die Woche voller Termine. Ehrlich: ich könnt jetzt mal ne Woche Urlaub vertragen. Aber ab nächster Woche weniger Stress, dafür mehr Zeit für den Haushalt *hihi* und hoffentlich wieder fürs Bloggen.

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  4. Wuselbibi

    Oh Mann! Danke für diese witzigen und wahren Worte! Seit Montag darf mein Großer wieder in den Kiga gehen, und plötzlich ist alles ganz anders. Ich war diejenige, die gestern den Portfolio-Ordner und die Wechselklamotten vergessen hatte. Heute klappte das zumindest, dafür habe ich aber geschafft, trotz strömendem Regen die Regenhose zuhause zu lassen. Hauptsache, Mama durfte ihre neuen Gummistiefel endlich mit Berechtigung ausführen! Hah!
    Und dabei habe ich nur zwei Kinder, und Nr. 2 ist noch nicht mal mobil mit ihren 8 Monaten :-D

    Danke danke danke für deine tollen Beiträge. Ich lese so gern bei dir und denke, du wuppst das alles super. Und deine drei sind toll geraten!! Wenn ich immer so lese, was ihr alles macht und wie eure Kinder so drauf sind, das gefällt mir einfach. Gibt es sowas wie Internetsympathie? Find euch alle supernett und wenn ihr bei uns mal in der Gegend seid, treffen wir uns auf einen Kaffee. Aber da melden sich wahrscheinlich auch noch 20 andere an :-D
    Alles Liebe und viele Grüße!
    (hattest du eigentlich mal den Tipp mit der aufgeschlagenen Butter für die Zimtschnecken ausprobiert? Der war seinerzeit von mir. Ansonsten bin ich eine eher stille Leserin ;-) Aber ich benutze dankbarst deinen Menüplaner!!! Klasse Teil! Hab ich auch schon weiter empfohlen!)

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    • steffi

      Liebe Wuselbibi! :-)
      Danke für deinen schönen Kommentar. Ich hab mich sehr gefreut! Erstmal über die lieben Worte und wenn stille Leser Hallo sagen, ist das auch immer toll!
      Gleichfalls mit dem in-der-Nähe-sein :-) In welcher Gegend wohnt ihr denn?
      Die Zimtschnecken habe ich noch gar nicht ausprobiert. Das liegt aber daran, dass ich seit dem Rezept, dass ich hier gepostet habe keine Zimtschnecken mehr gebacken habe :-) Ich bin ja eigentlich eher backfaul. Aber jetzt kommt ja der Herbst und das ist definitv Zimtschneckenzeit! Und dann… :-)
      Liebe Grüße zu euch!

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  5. Iris

    Ich bin neugierig: Welches Schulfach verbirgt sich denn hinter der Abkürzung „SE“?

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    • steffi

      Seminar. Bin ich auch nicht drauf gekommen :-)
      Im „Seminar“ wird gelernt, wie man Präsentationen und Vorträge macht und so…

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  6. Chrissi

    So schön, dein Sommerferien-Ende-Bericht!!!
    Ach ja, diese Kissenhöhlenundwasweissichphase ist bei uns auch derzeit ziemlich ausgeprägt. Bei uns sind Kissenhaufengebilde gerade besonders gerne Boote oder Cabrios (Verzeihung: Capiros nennt sie der kleine Mann).

    Liebe Grüsse
    Chrissi

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